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Israelische Medizinphysik: Laserverfahren zum Verschließen von Wunden

In Tel Aviv haben Medizinphysiker eine Methode entwickelt, mit der Wunden nach Verletzungen oder Operationen durch Laserlicht verschweißt werden. Die ersten zehn Tests an menschlichen Patienten verliefen erfolgreich – die Wunden heilten schneller als nach dem Nähen und es bildete sich weniger Narbengewebe.

TEL AVIV (inn) – Bereits seit den 1970er Jahren arbeiten Forscher am Verfahren zum Wundverschluss mittels Laser. Damals hatte die Methode jedoch zu Verbrennungen geführt und die Narbenbildung vorangetrieben. Bislang war es Wissenschaftlern nicht gelungen, die Laserenergie richtig und dauerhaft konstant zu dosieren. Dadurch bestand die Gefahr, dass das Gewebe unsauber verschlossen wird, verkocht und durch daraufhin entstandene Narben wieder aufreißt.

Dem israelischen Forscherteam um Abraham Katz an der Universität von Tel Aviv ist nun der Durchbruch gelungen. Nachdem sie die optimale Schweißtemperatur ermittelt hatten, integrierten die Medizinphysiker in den Laser einen Infrarot-Wärmsensor. Dieser ermöglicht es, die Energie permanent im optimalen Temperaturbereich zu halten und verhindert ein Überhitzen und daraus resultierende Verbrennungen.

Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ meldet, hatte Israels Gesundheitsministerium die neue Technologie nach ausführlicher Prüfung zum Test an Menschen freigegeben. Vor einigen Monaten wurden zehn Patienten behandelt, denen die Gallenblase entfernt worden war. Die Tests verliefen erfolgreich. Verglichen mit genähten Wunden gab es eine schnellere Heilung und weniger Narbenbildung. Zudem sei das Risiko einer Infektion bei dem Laserverfahren wesentlich geringer, als bei genähten Wunden, da Nähte nicht komplett wasserdicht abschließen, heißt es in dem Bericht. In einem Jahr sollen die Wunden der Versuchspatienten erneut untersucht werden. Als nächstes soll das Verfahren bei Kaiserschnitten und Leistenbrüchen getestet werden.

Katzir bezeichnete die Verschweißung mit dem Laser als „grundbrechende medizinische Technologie“. Diese könnte schnell und einfach von Medizinern auf dem Schlachtfeld und bei Verkehrsunfällen eingesetzt werden. „Die Technik, Wunden mit Nadel und Faden zu nähen, ist eine sehr alte, die seit Tausenden Jahren existiert. Die moderne Medizin hat sich in vielen Bereichen weiterentwickelt. Die Zeit ist gekommen, eine der alltäglichsten und wichtigsten Prozeduren bei Operationen zu verbessern – das Verschließen von zwei Seiten eines Schnittes“, so Katzir.

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