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„Wechseljahre beim Mann“: Testosterongabe gehört in Expertenhände

Bonn (ots) – Männer altern langsamer als Frauen – zumindest hormonell gesehen. Der Hormonhaushalt von Frauen verändert sich in den Wechseljahren stark. Bei Männern nimmt die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Alter dagegen nur allmählich ab…

Dies als „Wechseljahre des Mannes“ zu bezeichnen, ist nach Ansicht von Endokrinologen (Hormon-Fachärzte) allerdings irreführend. Denn obwohl bei Männern der Testosterongehalt im Blut bereits ab dem 20. Lebensjahr abnimmt, entwickelt sich im hohen Alter nicht unbedingt ein Mangel.

Fest steht allerdings, dass altersbedingte hormonelle Veränderungen auch beim Mann zu Symptomen führen können, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Eine Testosterontherapie ziehen Endokrinologen jedoch erst dann in Betracht, wenn der Hormonspiegel einen bestimmten Wert unterschreitet. Entsprechend profitieren auch nur die Männer von einer Hormongabe, bei denen ein Mangel an Testosteron auch tatsächlich vorliegt. Weil Testosteron viele Funktionen des Körpers beeinflusst, kann sich ein Mangel auf ganz verschiedene Arten äußern.

Zu den häufigsten und wichtigsten Symptomen zählen die Neigung zu depressiven Stimmungen und Antriebsmangel, Blutarmut mit verminderter Bildung roter Blutkörperchen und dadurch auftretende Müdigkeit. Hitzewallungen und ein Verlust der Libido weisen ebenfalls stark auf einen Testosteronmangel hin. „Zu beachten ist aber, dass vermeintliche Symptome nicht immer auf einen Testosteronmangel zurück zu führen sind“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz BGV. So gehen auch Erektionsstörungen nicht in allen Fällen auf einen niedrigen Testosteronspiegel zurück. Eine häufig festgestellte Ursache dafür sind Veränderungen der Blutgefäße: Hier spielen Übergewicht, hohe Blutfettwerte und Rauchen eine negative Rolle.

Eine unbedachte Hormonbehandlung bei Männern ist also nicht ratsam. Allerdings belegen bislang keine Untersuchungen, dass Testosteron etwa das Risiko für Prostatatumore oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Höhe treibt. Im Gegenteil, Testosteron scheint schützende Effekte auf das Gefäßsystem auszuüben. Es fehlen jedoch noch groß angelegte Studien zu dem Thema, weshalb die Testosterongabe derzeit ausschließlich in Expertenhände gehört. Neben Endokrinologen und Urologen bieten sich auf „Männergesundheit“ spezialisierte Ärzte an.
Eine Informationsbroschüre „Hormone und Männergesundheit“ zeigt auf, welche Konsequenzen die Alterung des Mannes auf die Hormonproduktion hat und welche Symptome man behandeln sollte. Der kostenlose Ratgeber kann beim BGV, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn angefordert werden. Neben umfassender Information zum Thema bietet die Website www.bgv-maennergesundheit.de auch den Download der Broschüre an.

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