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Hans Keilson: „Literatur ist das Gedächtnis der Menschheit“

Hans Keilson ist eine Jahrhundertgestalt. Am 12. Dezember diesen Jahres wird er 99 Jahre alt – und ist weiterhin geistig sprühend und voller Lebensenergie. Er ist Arzt, Psychoanalytiker und Pädagoge, publizierte bereits als 23jähriger eine bemerkenswerte Erzählung. Als Jude wurde er verfolgt, floh aus Deutschland in die Niederlande. Er arbeitete dort in der Untergrundbewegung, wurde nach dem Krieg Psychoanalytiker und arbeitete auf der Basis der freudschen Schriften mehrere Jahrzehnte lang mit schwer traumatisierten jüdischen Kindern und Jugendlichen…

Knapp 70jährig verfasste er eine Promotion über Traumatisierungsprozesse, welche zu einem Grundlagenwerk eines pädagogisch-therapeutischen Verständnisses von schweren Traumatisierungen wurde. Erst in den letzten Jahren erhielt das Werk des in Bussum in den Niederlanden lebenden Intellektuellen zahlreiche Auszeichnungen.

1991 veröffentlichte der Hamburger Psychoanalytiker Dierk Juelich zu Keilsons 80. Geburtstag die Festschrift „Geschichte als Trauma“, in welcher vielfältig Bezug auf Keilsons Studien zu den Traumatisierungsprozessen genommen wird. Im Sinne von Keilson bemerkt Juelich über die Möglichkeiten einer Auseinandersetzung des von uns abgespaltenen und verdrängten Erbes des Nationalsozialismus: „Denn nur, wenn es gelingt, sich durch die Auseinandersetzung diese Abspaltungen wieder erkennbar und verfügbar zu machen, kann dadurch ein Weg eröffnet werden, der es ermöglicht, sich dem Lebendigen wieder zu nähern und eine Bindung zum Leben zu schaffen.“

Lesen Sie den ganzen Artikel von Roland Kaufhold hier

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