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Winterdepression: Keiner ist dem Trübsal hilflos ausgeliefert

Vom Sommer mit seinen warmen und sonnigen Tagen trennen uns noch einige Monate. Am 21. Dezember begann kalendarisch der Winter, auch wenn uns alles, was dazu gehört: wenig Licht, kurze Tage, grauer Himmel, kaltes, feuchtes Wetter, schon länger begleiten. „Das schlägt vielen Menschen aufs Gemüt“, sagt Psychologin Dr. Kitze von der Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Sie leiden an Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Lustlosigkeit…

Die Ursache ist Lichtmangel. „Während der langen Dunkelheit schüttet unser Körper zu wenig Serotonin – das Glückshormon – aus. Dafür wird mehr Melatonin produziert, was für unseren Schlafrhythmus mitverantwortlich ist und den Antrieb lähmt sowie einschläfernd wirkt“, weiß Dr. Kitze.

Was im Fachjargon saisonale depressive Störung (SAD Seasonal Affective Disorder) heißt, kennt man im Allgemeinen unter Herbst- bzw. Winterdepression. Bereits jeder vierte Bundesbürger klagt ab November regelmäßig über typische Beschwerden wie z.B. eine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, vermehrtes Verlangen nach Süßem und Kohlehydraten. Im Frühling verschwinden die Symptome spontan wieder.

„Doch keiner ist dem Trübsal hilflos ausgeliefert“, sagt die Psychologin. Meist genügt ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft von einer halben Stunde. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Sonne scheint. Auch das natürliche Licht bei wolkenverhangenem Himmel reicht aus, um im Gehirn genügend Serotonin auszuschütten und damit die Stimmung aufzuhellen. Ersatzweise ins Solarium zu gehen, hilft dagegen überhaupt nicht. Das Licht in der Sonnenbank gelangt hauptsächlich über die Haut in den Körper. Damit jedoch die richtigen Hormone aktiv werden können, muss das Licht über die Augen aufgenommen werden.

Einen großen Einfluss auf die Stimmung hat übrigens auch die Ernährung. Mineralstoffreiche Nahrungsmittel, wie z.B. Rote Beete, Nüsse oder Rosenkohl, halten fit, leistungsfähig und sorgen für eine gute Konzentrationsfähigkeit. Magnesiumhaltiges Essen beugt wiederum Stress vor und führt zu mehr Ausgeglichenheit. Magnesium ist vor allem in Milch- und Vollkornprodukten, in Bananen und Geflügel zu finden. Auch der Genuss von Meeresfisch kann für gute Laune sorgen, da das enthaltene Jod für viele Stoffwechselfunktionen und geistige Fähigkeiten wichtig ist. Schließlich kann man sich auch durchaus mal ein Stück Schokolade oder Kuchen gönnen. Denn süße Leckereien enthalten Stoffe, die im Körper zu Serotonin umgebaut werden und dann zu Wohlbefinden und guter Stimmung führen können.

Hilfreich ist es außerdem, Kleidung in fröhlichen und frischen Farben zu tragen. Orange-, Gelb- und Rottöne wirken belebend und beeinflussen die Stimmung positiv. Auch eine schöne Musik, eine Duftlampe, ein entspannendes Bad oder aromatischer Tee sind Streicheleinheiten für die Seele und können die Laune verbessern. Wenn die Beschwerden allerdings anhalten und die Lebensqualität sehr eingeschränkt ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quelle: Unabhängige Patientenberatung Deutschland

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