Archivsuche

Büchersuche

Archiv (chronolog.)

Krebspatienten: Medizinische Behandlung in Österreich mit Mankos

Die Beschwerden über die Situation der Krebskranken häufen sich. Verstärkte medizinische Forschung und zusätzliches Angebot von komplementärmedizinischen Therapien würde die Reintegration von Krebskranken in den Arbeitsprozess fördern…

„In den letzten Wochen wurden wir mit einer deutlichen Zunahme an Beschwerden über die Situation von Krebskranken in Wien konfrontiert“, bestätigt Dietmar Erlacher, vom Verein Krebspatienten für Krebspatienten. Fälle von ständig wechselnden Ärzten, die nichts von der Anamnese wissen oder das Fehlen der Urologen in den österreichischen Rehabilitationszentren bei Fällen von Inkontinenz nach Prostata- oder Blasenkrebs. „Seit Monaten häuften sich Unterbrechungen von Strahlentherapien im SMZ-Ost. Außerdem erhalten wir jeden zweiten Tag einen Anruf über mangelhafte Beratung der Betroffenen durch die behandelnden Ärzte im Krankenhaus nach der Diagnose Krebs“, ärgert sich Erlacher.

Ergänzende Betreuung durch Komplementärmedizin mangelhaft

Derzeit verlangen 81 % aller Krebspatienten zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung ihrer Erkrankung eine unterstützende Therapie durch die Möglichkeiten der Komplementärmedizin. „Besonders schlimm ist die Lage im AKH Wien. Die Abteilung für Komplementärmedizin führt ein Schattendasein und behandelt nur Frauen. Auch fehlt aus Sicht der Krebspatienten an der Med. Univ. Wien ein längst überfälliger Lehrstuhl für Komplementärmedizin. Irgendwelche Superschulmediziner arbeiten da dagegen, was ein arger Rückschritt für die Onkologische Spitzenmedizin bedeutet“, so Erlacher.

Komplementärmedizin: Kliniksprechstunden und Lehrstuhl gefordert

Auch muss es in jedem Bezirkskrankenhaus zwei mal wöchentlich komplementärmedizinische Beratungen geben. „BM. Stöger soll dies dringend fordern und umsetzen, sich dabei an Südtirol ein Beispiel nehmen. In Österreich haben jedes Jahr 38.000 neuerkrankte Krebspatienten Vertrauen in die Schulmedizin mit Komplementärmedizin, nicht aber auf Esotherik oder Scharlatanerie.

„Krebspatienten in Österreich nehmen überlange Krankenstände in Anspruch“, erklärt Erlacher. Durch Medikamente zur Abschwächung der Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapien, auch mit Mistel- oder Enzymtherapien, Selen- oder Psychotherapien könnten die Krankenstände verkürzt und die Betroffenen schneller wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Gerade die Misteltherapie wirkt meist enorm. Hilft sie doch auch psychisch, so Prof. Dr. Leo Auerbach bei der Pressekonferenz. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat die Misteltherapie für Krebspatienten seit 2.4.2007 auf Rezept freigegeben. Nur halten sich die Gebietskrankenkassen fast nirgendwo daran und sagen: „Wir lassen uns nichts vorschreiben, wir sind autonom, wir machen was wir wollen!“ Das ist Profilierungssucht auf den Rücken von Schwerstkranken; ein Machtwort ist überfällig!

Ergebnisse des 1. Österreichischen Gesundheitskongresses

Österreich zeichnet sich durch zahlreiche Spitzenmediziner aus. Viele Österreicher reisen dennoch zur Behandlung nach Deutschland oder in die Schweiz, da in Österreich zu wenig Geld für Diagnostik, Therapie, medizinische Forschung und Fortbildungsseminare vorhanden ist. „Kranke werden in Österreich überwiegend gut behandelt. Leider gibt es Ausnahmen, an denen gearbeitet werden muss“, nimmt Erlacher zur aktuellen Diskussion in den Medien über österreichische Krankenhäuser Stellung.

Generelles Rauchverbot in Gaststätten sofort umsetzen

Wenn BM. Stöger bei der Veranstaltung in der Wiener Urania am Montag sagte, „alles Krankmachende gehört unterbunden“, dann endlich ein generelles Rauchverbot in allen Gaststätten. Passivrauchende Gäste, mit Kindern, das Personal, sowie Wirte die unter der Wettbewerbsverzerrung leiden, werden es ihm danken! „Ein Jahr zuschauen“ zu Lasten der Passivraucher ist sträflicher Leichtsinn und eines Gesundheitsministers unwürdig.

Comments are closed.