Stoppt die Prohibition!

6. April 2009
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Die angesehene, eigentlich sehr sehr nüchten, sachlich und rational-wissenschaftlich argumentierende britische Zeitschrift “Economist” hat es in den 80er Jahren irgendwann einmal in die Welt geschrien und diese Forderung in einer ihrer letzten Titelgeschichten in diesem Monat März erneuert: Stoppt die Prohibition harter Drogen wie Heroin, Kokain – von weichen Drogen wie Haschisch und Marihuana ganz zu schweigen…

Von Josef Reich

Schaut euch Amerika in den 20ern und 30ern an, in was für ein Irrenhaus sich damals das Land der unbegrenzten Möglichkeiten durch die kurzzeitige, dann wohlweislich schnell wieder aufgehobene Alkohol-Prohibition verwandelt hatte. Es handelte sich um ein kurzes 13-jähriges Intermezzo. Ein weitaus brutaleres Irrenhaus herrscht heute im Taliban-Land, in Südamerika – und wo sonst noch? Auf dem ganzen Planeten und zwar seit Jahrzehnten, das ganze 20. Jahrhundert hindurch – und es will nicht aufhören. Waffen sind in den USA legal, psychedelische Drogen nicht. Jeder außerirdische Besucher würde nur sagen: ”Na ja, schon ziemlich zurückgeblieben, die Kultur dieser süßen primitiven Erdlingskreaturen. Wird schon werden. Auch dieses Mittelalter werden sie irgendwann mal überstehen. Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei.”

Psychedelische Drogen setzen irgendetwas Wildes in uns frei, etwas für Allzuviele geradezu Unverdaubares, nach Liebe, Sex, Harmonie, Ekstase und menschlich-friedliebender Tollheit Gierendes, womit z.B. Versicherungsagenten, Banker, Börsenspekulanten, vor allem auch politische Entscheidungsträger selbst in den demokratischsten und wohlmeinendsten westlich-modernen, aufgeklärten Hemisphären sich einfach immer noch nicht so richtig abfinden können.

Und weil dem halt so ist, gehen die Drogenkriege weiter, bis – ja, bis wir klüger und reifer werden oder sich die Taliban der pakistanischen Atombomben bemächtigen… weiter…

Failed states and failed policies:
How to stop the drug wars

The Economist

A HUNDRED years ago a group of foreign diplomats gathered in Shanghai for the first-ever international effort to ban trade in a narcotic drug. On February 26th 1909 they agreed to set up the International Opium Commission—just a few decades after Britain had fought a war with China to assert its right to peddle the stuff. Many other bans of mood-altering drugs have followed. In 1998 the UN General Assembly committed member countries to achieving a “drug-free world” and to “eliminating or significantly reducing” the production of opium, cocaine and cannabis by 2008.

That is the kind of promise politicians love to make. It assuages the sense of moral panic that has been the handmaiden of prohibition for a century. It is intended to reassure the parents of teenagers across the world. Yet it is a hugely irresponsible promise, because it cannot be fulfilled.

Next week ministers from around the world gather in Vienna to set international drug policy for the next decade… (050309)…

Hooked on just saying no:
Minimising the evil of drugs means learning to live with them, legally

The Economist

MR WILLIAM BENNETT, newly appointed as President Bush’s “drug tsar”, once suggested that the campaign he now heads was a war that America is losing. He was right. The lost battles bring personal disaster to many Americans and menace civil peace in some of its big cities. Moreover, the defeat is a calamity for several poor countries, some virtually in thrall to drug barons. A United Nations conference last month threw its moral, but otherwise non-existent, weight behind the Americans in their fight against drugs. Yet even if the weight were there, the solution would still be missing.

The trouble in the present war against drugs is that the main weapon chiefly hurts its wielders. America’s Prohibition of alcohol failed in 1919-33, while richly rewarding gangs of suppliers…

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