Ok, die Pisa Niederlage. Es gibt aber auch Lichtblicke. In Deutschland ist die weltweit drittgrößte Community von Hochbegabten aktiv. Im Rahmen des in München stattfindenden Jahrestreffens des Hochbegabtenvereins fand 2009 erstmalig ein offenes Symposium statt. Mit dem Motto “Mind Science – die Wissenschaft des Geistes und der Geist der Wissenschaft” wenden sich die Veranstalter bewusst an alle diejenigen, die Neues aus den Bereichen Psychologie und Neurowissenschaft, Philosophie und Wissenschaftstheorie erfahren möchten…
Die Teilnahme war unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verein möglich. Alle Vorträge wurden am Gasteig gehalten. In den Vorträgen wurden Anwendungen von Gedächtnistechniken auf Beruf und Alltag vorgestellt und die psychologischen Hintergründe außergewöhnlicher Gedächtnisleistungen erklärt.
Unser Gehirn – das achte Weltwunder
Schon immer galt das Gehirn als eines der geheimnisvollsten und aufregendsten Organe des Menschen: Sitz der Seele und der Persönlichkeit, zentrale Steuereinheit des ganzen Körpers, Sinnes- und Gedächtniszentrum, Steuerungsorgan für alle Bewegungen – zahlreich sind die Ansichten, die sich seit Jahrtausenden in allen Kulturen um die Funktion des Gehirns ranken. Unser Gehirn ist keine Maschine, aber es gibt gewisse Tricks und Trainingsabfolgen, die es leichter machen, das Maschinchen auf Trab zu bringen. Dazu muss man jedoch regelmäßig trainieren.
Markus Hofmann begeisterte mit seiner Form des Gedächtnistrainings bereits zehntausende von Menschen. Bekannt wurde er durch die Schottenrock-Wette bei “Wetten, dass ?” und durch zahlreiche Experten-Foren wie z.B. “Die Erfolgsmacher” des Nachrichtenmagazins FOCUS. 2006 wurde er mit dem Excellence Award für Trainer und Referenten ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er an Schulen und renommierten Universitäten wie der Management-Universität St. Gallen oder der Berliner Steinbeis Schule als Lehrbeauftragter tätig. Er zählt als Gedächtnistrainer zu den “12 Erfolgsmachern in Deutschland”.
Wenn alle Menschen Ihr Gedächtnistraining machen würden, wäre Deutschland dann schlauer?
Markus Hofmann: “Mit 110-prozentiger Sicherheit. Wissen – jeglicher Art – könnte wesentlich schneller und nachhaltiger abgespeichert werden. Durch mehr Wissen wäre jeder auch geistig flexibler.”
In Ihrem Bestseller “Hirn in Hochform” beschreiben Sie unterschiedlichste Tricks und Kniffe. Wie nutzen Sie das Gedächtnistraining in Ihrem Berufsleben bzw. Privatleben?
MH: “Der wichtigste Punkt ist mit Abstand das Merken von Namen und Gesichtern. Das Wort, welches jeder Mensch am liebsten hört, ist sein eigener Name. Dies hängt mit Wertschätzung zusammen. Auch die wichtigsten Telefon und Handynummern merke ich mir. Derzeit sind es 135 Nummern. Das ist eine 1.350-stellige Zahl. Aber auch zahlreiche To-Do-Listen, Fachwissen und Termine sind in meinem Kopf abgespeichert.”
Bezeichnen Sie sich selbst als begabt oder Gehirngenie?
MH: “Oh nein, ganz und gar nicht. Ich bin nicht intelligenter als der Durchschnitt. Mein Gehirn ist nur anders trainiert. Jeder ist in der Lage, überragende Gedächtnisleistungen zu vollbringen. Es kommt lediglich darauf an, ob man es will. Deswegen bezeichne ich mich nicht als Gehirngenie sondern als Gehirn- bzw. Gedächtnistrainer. Die Herausforderung besteht darin, die Techniken einer Person so zu zeigen, dass sie Spaß daran hat und diese sofort im Alltag anwenden kann.”
MENSA e.V.
Mensa ist ein internationaler Zusammenschluss mit weltweit 110 000 Mitgliedern. Nach den USA und Großbritannien stellt Deutschland mit etwa 7 500 hellen Köpfen die drittgrößte Gruppe. Mitglied werden kann, wer in einem normierten Test nachweist, dass er einen höheren Intelligenzquotienten hat als 98 Prozent der Bevölkerung. Bekannte Mensa-Mitglieder sind der deutsche Oscar-Preisträger Florian Gallenberger, die Schauspielerin Geena Davis, der Architekt Richard Buckminster Fuller († 1983) und der Schriftsteller Isaac Asimov († 1992). Mensa in Deutschland e. V. engagiert sich mit zahlreichen Projekten für die Förderung und Erkennung von Hochbegabung.
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Absolut korrekt – das Gehirn lässt sich trainieren und schon binnen kürzester Zeit können rasante Fortschritte gemacht werden. Die Techniken, mit denen das gelehrt wird sind größtenteils bereits Jahrtausende alt – schon die alten Inder nutzen diese Methoden um wichtige Überlieferungen zu erhalten.