Klarer Blick: Alkoholkonsum in Medienbranche am höchsten

26. Juni 2009
By admin
Print This Post Print This Post

Mitarbeiter in Medienbetrieben sind nach den einzelnen Berufsgruppen gemessen die stärksten Alkoholkonsumenten. Sie trinken im Durchschnitt umgerechnet mehr als vier Flaschen Wein oder über 19 Halbe-Liter-Gläser Bier pro Woche. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des britischen Gesundheitsministeriums Department of Health…

Journalisten trinken doppelt so viel wie von Gesundheitsbehörde empfohlen
Die Medienbranche ist Spitzenreiter in Sachen Alkoholkonsum

dh.gov.uk – Demnach nehmen Mitarbeiter der Medienbranche mit 44 Einheiten wöchentlich rund die doppelte Menge an alkoholhaltigen Getränken zu sich, die in der entsprechenden Empfehlung des nationalen Gesundheitsdienstes vorgesehen ist. Damit liegen sie unangefochten an der Spitze, was das Trinkausmaß betrifft und übertreffen die zweitgereihte Berufsgruppe, die IT-Angestellten, um ganze zehn Einheiten pro Woche. An dritter und vierter Stelle folgen der Dienstleistungssektor mit 33 bzw. der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienbereich mit 29 Alkoholeinheiten pro Woche.

“Dass Angestellte in Medienbetrieben, insbesondere Journalisten, einen stärkeren Bezug zu alkoholhaltigen Getränken haben als andere Berufsgruppen, ist eine Klischeevorstellung, die pauschal so sicher nicht zutrifft”, stellt Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) http://www.djv.de , im Gespräch mir pressetext fest. Dem DJV-Sprecher zufolge gebe es bislang keinerlei wissenschaftlich ernstzunehmende Untersuchung über den Alkoholkonsum in Redaktionen. “Das Bild des trinkenden Journalisten ist heute eine veraltete Vorstellung, die dem Alltag in den Medienhäusern nicht gerecht wird”, betont Zörner. Fest stehe allerdings, dass Journalisten aufgrund des ständigen Zeitdrucks einem enormen Stress ausgesetzt seien. “Der typische Journalist hat mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung zu kämpfen. Um mit diesem Druck fertig zu werden, ist der Griff zur Flasche sicherlich oft verlockend”, meint Zörner.

Wie Ben Willmott, Senior Public Policy Advisor beim Chartered Institute of Personnel and Development http://www.cipd.co.uk , gegenüber dem Guardian vermutet, sei zu einem gewissen Teil wohl auch die spezifische Bürokultur in Medienbetrieben für den überdurchschnittlichen Alkoholkonsum verantwortlich. “Die aktuelle Untersuchung zeigt, wie Arbeitskollegen unsere Trinkgewohnheiten beeinflussen können. Es scheint, als tritt dieser Effekt in einigen Branchen stärker zu Tage als in anderen”, so die Theorie Willmotts. “Diesen Zusammenhang würde ich eher abstreiten. Redaktionen sind keine instrumentalisierten Kegelvereine. Gruppendynamische Prozesse, wie sie hier angesprochen werden, schließe ich für die große Mehrheit der heutigen Medienbetriebe aus”, entgegnet DJV-Sprecher Zörner.

Laut der britischen Studie sind Medienmitarbeiter nicht nur in puncto Wein- und Bierkonsum an oberster Stelle der einzelnen Berufsgruppen zu finden, sondern auch bei hochprozentigeren Destillaten wie Schnäpsen oder Likören. Als moderateste Trinkergruppe Großbritanniens weist die Untersuchung hingegen Angestellte in den Bereichen Bildung, Transportwesen und Tourismus aus, die im Schnitt rund 24 Einheiten alkoholhaltiger Getränke pro Woche zu sich nimmt.

Related posts:

  1. Spanische Studie umstritten: Haben Trinker seltener Herzinfarkt?
    Der tägliche Alkoholkonsum von Männern reduziert das Risiko eines Herzinfarkts um ein Drittel. Das haben Forscher bei mehr als 15.500 Männern und 26.000 Frauen in Spanien herausgefunden. Andere Experten äußerten sich sehr kritisch gegenüber der...
  2. Schau mir in die Augen, Baby: Nur direkter Blick berührt
    Wohin der Blick des Gegenübers geht, hat großen Einfluss auf das Denken. Der Grad der Involvierung entscheidet über die Reaktion des Gehirns… pte – Es macht einen deutlichen Unterschied, ob man von einer Person direkt...
  3. Experten verlangen transparentere MPU: Haaranalysen helfen schon jetzt
    Die medizinisch-psychologische Untersuchung MPU (der so genannte “Idiotentest”) wird derzeit wieder stark diskutiert. Schon im Vorfeld des 48. Verkehrsgerichtstages in Goslar forderten Experten eine Reform der MPU, um sie insgesamt nachvollziehbar und überprüfbarer zu machen....

Tags: ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Werbung

Film & Video

Watch videos at Vodpod and more of my videos

WP SlimStat