Diagnose Krebs: Erzählen erleichtert

27. Juni 2009
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Mütter, die nach einem Krebstest ihren Kindern die Ergebnisse mitteilen, sind mit dieser Entscheidung zufriedener als wenn sie diese verheimlichen. Auch Väter spielen dabei eine wichtige Rolle…

Aufklärung nimmt auch Angehörigen Angst und Unsicherheit
Über Krebs sprechen, tut allen Beteiligten gut

Das bestätigt eine Studie an der Georgetown University, die auf dem Jahrestreffen der US-Krebsforscher präsentiert wird. “Es ist Angelegenheit beider Eltern, Ergebnisse eines Krebstests möglichst kurz darauf mit den Kindern zu besprechen. In vielen Fällen hilft dieses Gespräch der Patientin, eine bessere Kommunikationsbeziehung mit den Kindern herzustellen”, so Studienautor Kenneth Tercyak.

Dazu befragten die Forscher 221 Mütter, die sich auf das Brustkrebsgen 1 und 2 untersuchen ließen, sowie ihre Partner. Diese Gene sind hauptverantwortlich für Formen des Brust- und Eierstockkrebs, die auch vererbt werden können. Zwei von drei Müttern sprachen mit ihren Kindern über die Ergebnisse innerhalb eines Monats, vor allem wenn keine Anzeichen für Krebsrisiko gefunden wurden. Nur knapp jeder zweite Vater tat dasselbe. Fast alle Mütter waren im Nachhinein über diese Entscheidung glücklich. Nur sehr wenige Mütter und Väter holten das aufklärende Gespräch mit den Kindern vor Ablauf eines halben Jahres nach.

“Der Umgang mit der Diagnose Krebs ist immer ein Problem für die Betroffenen”, berichtet Erika Wasserrab, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Psychoonkologie http://www.oegpo.at , im pressetext-Interview. “Oft hören wir von Jugendlichen und Erwachsenen, die Verbitterung darüber verspüren, als Kinder nie über den Gesundheitszustand der Eltern aufgeklärt worden zu sein. Die Phantasien der Kinder sind oftmals schlimmer als die Realität. Vielen macht es große Angst, wenn die Mutter immer wieder für ein paar Tage ins Spital muss, ohne dass ihnen der Grund mitgeteilt wird. Damit werden die Kinder nicht in die Behandlung eingebunden und sind auch im Fall des Todes überhaupt nicht darauf vorbereitet”, so Wasserrab.

Da Krebs in der Gesellschaft weiterhin ein Tabu sei und zu Unrecht sofort mit dem Tod assoziiert werde, würden viele Betroffene die Aufklärung ihrer Familie hinauszögern. “Die Frage lautet immer wieder: Wie sage ich es dem Kind? Kann es diese Nachricht verarbeiten?” Die Bereitschaft der Ärzte sei jedoch gestiegen, gemeinsam mit den Patienten die Kinder aufzuklären. Zudem sollten Psychoonkologen oder Kinderpsychologen zu Rate gezogen werden, um eine Form der Mitteilung zu finden, die dem Alter der Kinder entspricht. “Eltern fühlen sich nach der Diagnose oft alleingelassen. Gerade in dieser Phase ist es wichtig, Hilfe zu suchen.”

Für den optimalen Umgang mit der Diagnose hält Wasserrab die Zusammenarbeit aller Beteiligten für wichtig. “Je mehr die Pflegepersonen, Spitalsärzte, Sozialarbeiter, der Hausarzt, Gynäkologe und Onkologe miteinander im Kontakt sind, desto mehr kann das die Situation für den Patienten entlasten.” Von 3. bis 5. Juni widmet sich der Kongress “Psychoonkologie heute” http://www.oegpo-akademie.at in Baden bei Wien den Konfliktfeldern, die die Diagnose Krebs für das familiäre Umfeld mit sich bringt. Frei zugängliche Workshops behandeln unter anderem die Veränderungen der Beziehungen, die Mitteilung an die Kinder und die Verbesserung von Lebensqualität bei Diagnose Krebs.

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