Neuropsychologie: Meditation vergrĂ¶ĂŸert das Gehirn

27. Juni 2009
By admin
Print This Post Print This Post

Wer hĂ€ufig lange meditiert, vergrĂ¶ĂŸert damit Regionen des Gehirns, die fĂŒr die Emotionen zustĂ€ndig sind. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of California aus der Gehirnuntersuchung von Menschen, die hĂ€ufig meditieren…

Mögliche ErklĂ€rung fĂŒr gesteigerte emotionale Kontrolle
Meditation steigert die Aufmerksamkeit und Gelassenheit

ucla.edu – “Wer oft meditiert, hat die herausragende FĂ€higkeit, positive Emotionen besonders zu pflegen, emotionell stabil zu bleiben und sich besonders aufmerksam zu verhalten”, so die Studienleiterin Elieen Luders. VerĂ€nderungen im Gehirn könnten eine ErklĂ€rung fĂŒr dieses Verhalten liefern, berichtet die Zeitschrift NeuroImage.

Die Wissenschaftler untersuchten 44 Menschen, wobei die HĂ€lfte der Probanden bereits ĂŒber Jahre tĂ€glich nach der Zazen-, Samatha- oder Vipassana-Methode meditierten. Zum Einsatz kamen hochauflösende 3D-Magnetresonanz sowie weitere Methoden, die eine Unterteilung und den Vergleich der GrĂ¶ĂŸe verschiedener Gehirnregionen erlauben. Sichtbar wurde dabei, dass Menschen, die hĂ€ufig meditieren, deutlich grĂ¶ĂŸere Volumen der Gehirnregionen Hippokampus, orbitofrontaler Kortex, rechter Thalamus und obere SchlĂ€flappenwindung besitzen. Alle diese Gehirnregionen sieht man als fĂŒr die Steuerung emotionaler Prozesse und der Persönlichkeit verantwortlich.

“Bisher ist bekannt, dass Meditation, wenn sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit praktiziert wird, kognitive FĂ€higkeiten verbessern kann”, erklĂ€rt der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer http://www.mpih-frankfurt.mpg.de im pressetext-Interview. So sei bisher etwa eine Steigerung der Aufmerksamkeit bewiesen, weshalb regelmĂ€ĂŸig Meditierende fĂŒr kurze Zeit gesehene Bilder rascher verarbeiten. “Ein Ă€hnliche Verdickung des Großhirns ist bei Menschen dokumentiert, die Jonglieren lernen und dann regelmĂ€ĂŸig ĂŒben. In diesem Fall geht die Verdickung jedoch wieder zurĂŒck, wenn die Personen das Jonglieren einstellen.”

Die US-Forscher geben zu bedenken, dass Unterschiede auf mikroskopischer Ebene noch nicht untersucht wurden. Damit bleibe die Fragen noch offen, ob es sich bei dem beobachteten PhĂ€nomen um eine Vermehrung der Gehirnzellen, um ihre VergrĂ¶ĂŸerung oder um die Verbesserung ihrer Synapsen-Verbindungen handelt. Da die Meditierenden nicht vor ihrer ersten Meditation ĂŒberprĂŒft werden konnten, sei zudem nicht ĂŒberprĂŒfbar, ob nicht vielleicht auch Menschen mit bestimmten GehirnausprĂ€gungen eine spezielle Vorliebe fĂŒr die Meditation besitzen.

Related posts:

  1. Zen-Meditation: AtemĂŒbungen reduzieren Schmerzempfinden auch im Alltag
    Wer hĂ€ufig Zen-Meditation praktiziert, hat auch im Alltag ein niederes Schmerzempfinden. Das besagt eine Untersuchung an der UniversitĂ€t Montreal, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde. Im Unterschied zu frĂŒheren Studien,...
  2. Zen: AtemĂŒbungen reduzieren Schmerzempfinden
    Wer hĂ€ufig Zen-Meditation praktiziert, hat auch im Alltag ein niederes Schmerzempfinden. Das besagt eine Untersuchung an der UniversitĂ€t Montreal, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde… Zen-Meditation lindert Schmerzen auch im...
  3. Gehirn urteilt in 0,2 Sekunden: Reaktion auf WidersprĂŒche steuert das LeseverstĂ€ndnis
    Äußerst schnell reagiert das Gehirn auf Gelesenes, wenn dabei GrundĂŒberzeugungen und Emotionen angesprochen werden. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Jos van Berkum am Max-Planck-Institut fĂŒr Psycholinguistik sowie der UniversitĂ€ten Amsterdam und Utrecht in der...

Tags: ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Werbung

Film & Video

Watch videos at Vodpod and more of my videos

WP SlimStat