Schwarze im GeschÀftsleben: Milchgesicht macht schwarze Manager erfolgreich

27. Juni 2009
By admin
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Kindliches Aussehen ist ein Karriere-Sprungbrett von Menschen schwarzer Hautfarbe in vorwiegend von Weißen besiedelten LĂ€ndern. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Kellogg School of Management an der Northwestern University im Journal Psychological Science…

Vorurteil der Feindseligkeit
Bsp. Colin Powell: Sanfte ZĂŒge, die man von einem MilitĂ€rstrategen kaum erwartet (Foto: WikimediaCommons)

kellogg.northwestern.edu – Sie untersuchten dafĂŒr die CEO-Portraits der grĂ¶ĂŸten Unternehmen. “Alle Eigenschaften, die Bedrohungsbilder in den Köpfen der Weißen abbauen, verhelfen Schwarzen beim Aufstieg. Das betrifft besonders das Aussehen, die Abstammung, jedoch auch das Verhalten. Schwarze FĂŒhrungskrĂ€fte dĂŒrfen nicht wie Weiße zornig werden und FĂ€uste ballen, sondern sind auf einen gĂŒtigen, sanften FĂŒhrungsstil angewiesen”, berichtet Studienleiter Robert Livingston im pressetext-Interview.

Die Psychologen legten ihren Versuchspersonen Fotos von 40 GeschĂ€ftsfĂŒhrern der 500 weltweit umsatzstĂ€rksten Unternehmen vor und baten sie, auf einer Skala das Maß kindlicher ZĂŒge, FĂŒhrungskompetenz und persönlicher WĂ€rme zu beurteilen. Darunter befanden sich die zehn einzigen mĂ€nnlichen CEOs mit schwarzer Hautfarbe, die es bisher in die Bestenliste geschafft haben. Je erfolgreicher das Unternehmen war, desto deutlicher zeigten schwarze GeschĂ€ftsfĂŒhrer kindliche GesichtszĂŒge wie etwa ein rundes Gesicht, volle Backen, eine lĂ€ngliche Stirn, eine kleine Nase und volle Lippen. Die Firmen der Milchgesichter mit weißer Hautfarbe waren hingegen eher im hinteren Teil der Bestenliste angesiedelt.

Livingston bezeichnet kindliche GesichtszĂŒge als doppelschneidiges Schwert. “Einerseits fördern sie den Eindruck von WĂ€rme, was fĂŒr schwarze FĂŒhrungskrĂ€fte ein Vorteil ist, da es dem Stereotyp der Feindseligkeit entgegenwirkt.” Weiße FĂŒhrungskrĂ€fte seien auf den Abbau dieses Vorurteils nicht angewiesen. “Ganz im Gegensatz dazu wird ein Milchgesicht fĂŒr sie zur Belastung, da es den Eindruck mangelnder Kompetenz schĂŒrt.” Da viele schwarze GeschĂ€ftsleute die Studienergebnisse bestĂ€tigt hĂ€tten, hĂ€lt Livingston sie auch fĂŒr die allgemeine Arbeitswelt gĂŒltig – und auch fĂŒr die Politik. “Colin Powell hat nicht das eckige, gemeißelte und ĂŒbertrieben maskuline Erscheinungsbild, das man von einem hohen MilitĂ€rgeneral erwarten wĂŒrde. Vielmehr besitzt er kindliche ZĂŒge, eine weiche Sprache und ist leutselig.” Dasselbe Muster beobachtet Livingston bei den schwarzen StaatsoberhĂ€uptern in den afrikanischen LĂ€ndern, die wie SĂŒdafrika einen hohen weißen Bevölkerungsanteil besitzen. Schwarze Politiker in vorwiegend von Schwarzen besiedelten LĂ€ndern hĂ€tten hingegen oft einen autoritĂ€ren FĂŒhrungsstil, der mit dem vieler weißer US-Politiker vergleichbar sei.

Dass es bisher erst zehn Menschen mit schwarzer Hautfarbe geschafft haben, ein Unternehmen der “Fortune-500″-Liste des Magazin Forbes zu leiten, habe Ă€hnliche GrĂŒnde wie das Ausbleiben weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte in der Liste. “Nicht einmal jedes Dreißigste dieser Unternehmen wird von Frauen gefĂŒhrt. Wir konnten zeigen, dass die US-Bevölkerung sofort an weiß und mĂ€nnlich denkt, wenn sie den Begriff ‘FĂŒhrungskraft’ hört. Schwarzen und Frauen spricht man Qualifikation ab, besonders wenn viele der Menschen, ĂŒber die Macht ausgeĂŒbt wird, weiße MĂ€nner sind”, so Livingston. FĂŒr viele Menschen sei diese Umkehr der sozialen Hierarchie – bewusst oder unbewusst – eine Bedrohung.

Warum Schwarze von vielen Weißen als Bedrohung wahrgenommen werden, sei teilweise durch Gruppendynamiken grundgelegt. “Menschen bevorzugen in der Regel andere, die ihnen Ă€hnlich sind”, so Livingston. “Wer sich von der eigenen Gruppe unterscheidet, steht außerhalb und wird als Bedrohung empfunden. Unter den frĂŒhen Menschen könnte die bloße Anwesenheit eines Angehörigen aus einem anderen Stamm eine mögliche Bedrohung fĂŒr die Sicherheit oder die Ressourcen bedeutet haben.” VerstĂ€rkt werde diese Tendenz durch mehrere KanĂ€le. “Die Gesellschaft, die Medien, Hollywood und auch die Musikindustrie stellen mĂ€nnliche Afro-Amerikaner sehr hĂ€ufig auf eine Weise dar, dass die Auffassung unterstĂŒtzt wird, sie seien aggressiv, feindlich und bedrohlich.” Neben der Feindseligkeit mache mĂ€nnlichen Schwarzen jedoch auch das Vorurteil zu schaffen, Schwarze seien nicht kompetent oder faul, erklĂ€rt der US-Psychologe, der selbst dem afroamerikanischen Bevölkerungsteil angehört, gegenĂŒber pressetext.

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