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Interdisziplinäre Diskussion: Jugend und Sucht

Die Suchtproblematik belastet unsere Gesellschaft in vielfacher Hinsicht – es gibt Millionen chronisch Kranker, das Leid der Angehörigen und auch die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen…

Am 23. September 2009 findet in Nürnberg das „Suchtforum 2009“ statt. Bereits im April 2009 wurde die Fortbildung in München angeboten. Das Suchtforum verfolgt das Ziel, die verschiedenen Formen der Sucht Jugendlicher darzustellen und die Prävention durch eine intensivere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zu stärken.

Bei Jugendlichen ist die Auswirkung von Suchtmitteln besonders problematisch, da die Gehirnentwicklung negativ beeinflusst werden kann. Darüber hinaus verläuft die Suchtentwicklung wegen der besonderen Lernfähigkeit des jugendlichen Gehirns rascher. Das dabei entstehende Suchtgedächtnis ist, wie man heute weiß, schwer löschbar und daher nur schlecht therapierbar.
Zwar hat die Suchtprävention zu wichtigen Effekten bei stoffgebundenen Süchten geführt, insofern es weniger Einsteiger im Bereich der illegalen Drogen gibt. Auch ist bei legalen Drogen der regelmäßige Konsum leicht rückgängig, aber die Gruppe, die zu Exzessen neigt, ist zunehmend stärker vertreten, wie es sich beispielsweise in Form des Komatrinkens zeigt. Bemerkenswert ist die Zunahme an jüngeren Mädchen in diesen Konsumbereichen, wie es vor allem beim Rauchen erkennbar ist. Jugendliche sind risikofreudig und bereit, neue psychoaktive Substanzen, wie GHB, Spice und andere Partydrogen zu probieren.

Klassische Medikamente wie Beruhigungsmittel, aber auch Aufputschmittel werden weiterhin verwendet. Viele Jugendliche glauben, sich damit für den Alltag dopen zu können. Alles in allem ist es wichtig, sich das Gesamtspektrum süchtigen Verhaltens von Jugendlichen vor Augen zu führen, mit der Frage, welche Verbreitung tatsächlich vorliegt, ob diese Phänomene vorübergehend sind, welche Vorbeugung, welche Hilfen möglich sind, welche Aufgaben die Familie, die Gesellschaft und die speziellen Hilfesysteme dabei haben.

Neu hinzugekommen ist nun der Bereich der Verhaltenssüchte, der sich bei Jugendlichen insbesondere im Bereich der Glücksspielsucht, vor allem aber auf die Computersucht, die Onlinesucht und die Handysucht erstreckt. Wenngleich diese Verhaltensauffälligkeiten noch der Fachdiskussion bedürfen, rücken sie immer mehr in den Blickpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Das Suchtforum verfolgt das Ziel, die verschiedenen Formen der Sucht Jugendlicher darzustellen und Verbesserungen der Prävention durch intensivere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zu finden.

Zu dieser interdisziplinären Veranstaltung von Ärzten, Apothekern, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wird herzlich eingeladen.
Die Veranstaltung wird von der Bayerischen Landesapothekerkammer, der Bayerischen Landesärztekammer und der Bayerischen Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit 5 Punkten auf das Fortbildungszertifikat anerkannt.

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