Gestalt: Definition und Probleme der Objekterkennung

16. August 2009
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Wir verstehen unter Objektwahrnehmung, die Wahrnehmung von Objekten aus dem täglichen Leben; bzw. von uns bekannten und/oder scheinbar bekannten Objekten. Bei der Erkennung / Wahrnehmung geht es darum, diese (erkannten) Objekte in das richtige Umfeld einzuordnen…

Aus: Objektwahrnehmung und Gestaltgesetze nach Wertheimer
Teil 1.: Definition und Probleme der Objekterkennung

Dass es sich bei der Objektwahrnehmung um einen äußerst komplexen Vorgang handelt, bleibt den meisten Menschen verborgen, da uns die Erkennung und Wahrnehmung als selbstverständlich und einfach vorkommt. Einfach ist es für uns, da wir ohne Probleme beim Autofahren die Strasse, andere Verkehrsteilnehmer usw. wahrnehmen… Ein für uns bekanntes Bild; eine Strasse mit Autos, Menschen und Bäumen u.v.m..

Betrachtet man jedoch die Ausgangsbedingungen unter denen wir ein Objekt erkennen, so ist uns schnell klar, dass es sich um einen komplexen, polymorphen Prozess handeln muss. Ein Körper erzeugt zweidimensionale Abbilder (2-DA) auf unserer Netzhaut, bei der Objekterkennung müssen wir diese dann in 3-DA der Umwelt umwandeln, dabei sehen wir uns mit folgenden Problemen konfrontiert.

  • wenn sich drei Linien schneiden, muss entschieden werden, ob es sich um das selbe Objekt handelt
  • auf die selbe 2-DA können mehrere dreidimensionale Körper zurückgehen
  • undeutliche und/oder mehrdeutige Reizmuster z. Bp. durch Verdecken

Wir stehen also stets vor dem Problem, die richtige Entscheidung zu treffen. (Wie immer im Leben :-) )

Sogenannte Rätselbilder sind den meisten von uns bekannt, zumeist beruhen diese auch auf der Grundlage mehrdeutiger Reizmuster. Ein Beispiel hierzu ist die Rubinsche Vase (auch bekannt als Rubinsches Kippbild) in Abb. 1. In diesem Bild sind, je nach Betrachtungsweise, zwei sich zugewendete Gesichter (schwarz) , oder eben eine Vase (weiss) zu sehen – nie aber beides gleichzeitig.

Das Untersuchen von Reizstrukturen und der damit verbundenen (visuellen) Wahrnehmung folgt aus der Beschäftigung mit der Identifikation von Objekten.

Der Ausgangspunkt hierfür ist, dass sich Reizwirkungen visueller Natur auf vielfache Weise gliedern und einordnen lassen, wir aber i.d.R. nur eine realisieren. In der Praxis wird sich zeigen, dass sich Objekte jeweils immer als einfachste Figur oder Form speichern lassen. (Viele Bäume und Moos am Boden, evtl. noch ein Eichhörnchen – dies werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach als “Wald” speichern und uns bald nicht mehr an Details erinnern.)

Da es verschiedenste Ansätze zur Erklärung der Objektwahrnehmung gibt, sollen an dieser Stelle nur der gestalttheoretische Erklärungsansatz beruhend auf Max Wertheimer (1887-1943) tiefer erörtert werden.

Es sei darauf hingewiesen, dass es weitere Versuche gibt, Objekterkennung zu erklären. David Marr’s (1945-1980) Theorie “funktionierte” wie folgt:
Die zu erkennenden realen Objekte waren dreidimensionale Gegenstände, deren Reizkonfiguration von der Perspektive (aus der die Obj. betrachtet werden) abhängen. Ein Objekt “erzeugt” also unterschiedliche und teilw. unvergleichliche Reizkonfigurationen, die seine Identifikation nicht zu beeinträchtigen scheinen. Daraus folgt die Annahme, dass das menschliche Wahrnehmungssystem eine vom Blickwinkel unabhängige Objektrepräsentation aus den gegebenen Reizbedingungen ableitet.

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Christoph Becker, WS 2000/01 Uni Rostock FB Informatik

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One Response to Gestalt: Definition und Probleme der Objekterkennung

  1. Pharmacon Net » Gestaltgesetze on 16. August 2009 at 12:51

    [...] Definition und Probleme der Objekterkennung [...]

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