Die Gestaltgesetze nach Wertheimer

16. August 2009
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Objektwahrnehmung und Gestaltgesetze

Teil 3. Gestaltgesetze (nach Max Wertheimer)

1. Das Gesetz der Nähe
Es besagt, dass gleiche Elemente (Elemente mit gleichem Reiz) mit geringeren Abständen zueinander als zusammengehörig wahrgenommen werden.

In Abb. 3 sehen wir links eine Anordnung in Zeilen und rechts in Spalten .. Alles nur, weil die Elemente sich näher sind.

Abb. 3

2. Das Gesetz der Ähnlichkeit
Sich ähnlich sehende Elemente werden nach diesem Gesetz eher als zusammengehörig empfunden als sich unähnlich sehende. Ob diese sich in Form, Farbe o.a. ähneln ist egal (siehe Abb. 4)

Abb. 4

3. Das Gesetz der guten Gestalt (.. der Einfachheit oder Prägnanzgesetz)
Gestalthafte Wahrnehmungseinheiten bilden sich lt. diesem Gesetz so aus, dass sie im Ergebnis eine möglichste einfache und einprägsame Gestalt darstellen (Z. Bsp. Viereck, Kreuz etc.)

In Abb. 5 sehen wir somit in den meisten Fällen zwei Quadrate die übereinander liegen.

Wohl kaum jemand wird behaupten, mehrer Vielecke zu sehen wie in Abb. 6.

Abb. 5

Abb. 6

4. Das Gesetz der guten Fortsetzung (der durchgehenden Linie)
Im Fall zweier sich treffenden Linien a und b gehen wir in unserem Beispiel (Abb. 7) wohl immer davon aus, dass diese sich (in Punkt x) schneiden (Abb. 8).

Niemand wird auf die Idee kommen, dass es sich bei a und b um v-förmige Gebilde handelt, die sich im Punkt x berühren… (siehe Abb. 9)

Abb. 9

Abb. 7 / 8

5. Das Gesetz der Geschlossenheit
Das Gesetz der Geschlossenheit verweist auf die Tendenz, dass in geometrischen Gebilden diejenigen Strukturen als Figur wahrgenommen werden, die eher geschlossen (Abb. 10 und 11) wirken als offen (Abb. 12).

Abb. 12

Abb. 10

Abb. 11

6. Das Gesetz des gemeinsamen Schicksals

Elemente einer Reizvorlage, die eine Veränderung oder Bewegung, z. Bsp. durch Drehung oder Verschiebung in die gleiche Richtung, werden als Einheit wahrgenommen (Abb. 12).

Ein weiteres Beispiel sind hier Syncronschwimmerinnnen.

Abb. 12

Bemerkungen am Ende:

  • die Gestaltgesetze können die Entstehung von Wahrnehmungseindrücken nur beschreiben
  • eine Vorhersage der Wahrnehmung ist kaum möglich
  • die Deutung unter Zuhilfenahme der G-Gesetze ist stets subjektiv und eine nicht allgemeingültige Interpretation
  • die Gestaltgesetze sind nützliche Werkzeuge zur Beschreibung der Wahrnehmung und ihrer Organisation

Die Präsentation entstand im Rahmen des Vortragsseminars “Visuelle Wahrnehmung und 3D-Displays” zum Thema “Objektwahrnehmung und Gestaltgesetze” an der Universität Rostock, Fachbereich Informatik. Urheber: Christoph Becker

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