Die Figur-Grund-Unterscheidung (FGU) ist die graphische und räumliche Organisation von Einheiten, dies geschieht i.d.R. unter Bildung einer Makroeinheit. Beispiel: Wenn wir viele Menüpunkte auf dem Bildschirm haben, gruppieren sich diese zu einem Menü. “Menü” wäre hier die Makroeinheit…
Objektwahrnehmung und Gestaltgesetze, nach M. Wertheimer
Teil 4. Figur Grund Unterscheidung
Die Beschreibung der Gruppierung von Reizmerkmalen einer Anzahl von Wahrnehmungselementen oder Figuren ist Aufgabe der FGU. Die Prinzipien der FGU beinhalten objektive Bedingungen der perzeptuellen Wahrnehmung unseres Wahrnehmungsfeldes.
Prinzipien der Figur-Grund-Unterscheidung
1. Die kleinere Einheit wird eher als Figur vor einem größeren Hintergrund wahrgenommen als umgekehrt. Die Figur liegt dabei phänomenal vor dem Hintergrund.
Bsp.: Pop-up vor leerem Grund ist besser zu erfassen als maximiertes Fenster.
2. Die dunklere Einheit wird eher als Figur auf einem helleren Hintergrund wahrgenommen als eine hellere vor dunklem Grund.
Bsp.: schwarzer Text auf weissem Bildschirm (Papier)
3. Eine räumlich zentrale Einheit wird eher wahrgenommen als eine periphere.
Bsp.: Anmelde- und Hinweisfenster
4. Eine Einheit mit einer vertikalen (Abb. 13) oder horizontalen (Abb. 14) Hauptachse wird eher als Figur wahrgenommen als eine mit obliquer Hauptachse. Dabei ist die Wirkung einer vertikalen grösser, als die einer horizontalen.
| Bsp.: Abb. 13 |
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| Bsp.: Abb. 14 |
5. Eine symmetrische Einheit wird eher als Figur wahrgenommen als eine asymmetrische (Abb. 15). Die Symmetrie um die senkrechte Mittelachse hat eine stärkere Wirkung als jede andere.
| Bsp.: Abb. 15 |
6. Eine Einheit mit konvexen Rändern wird eher als Figur wahrgenommen als eine mit konkaven (nach innen gewölbten) Rändern (Abb. 16).
| Bsp.: Abb. 16 |
Die Präsentation entstand im Rahmen des Vortragsseminars “Visuelle Wahrnehmung und 3D-Displays” zum Thema “Objektwahrnehmung und Gestaltgesetze” an der Universität Rostock, Fachbereich Informatik. Urheber: Christoph Becker
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