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Cannabis gegen Darmentzündungen: Körpereigener Rezeptor als Schutzsystem

Der körpereigene Cannabinoid-Rezeptor wirkt als ein Schutzsystem bei Darmentzündungen von Mäusen, das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts und der Ludwig-Maximilians-Universität München festgestellt…

München (pte) – http://www.mpg.de – Die Erkenntnisse geben nun die Hoffnung, dass das körpereigene Cannabinoid-System einen guten therapeutischen Ansatzpunkt zur Behandlung chronisch entzündlicher Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie etwa Morbus Crohn und Colitis ulcerosa darstellt, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin „Journal of Clinical Investigation“.

Die Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist nach wie vor unklar. Der Bedarf an Medikamenten steigt hingegen stark an, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie. Die Forscher konnten zeigen, dass Mausmutanten, denen der Cannabinoid-Rezeptor fehlt, sehr viel empfindlicher als die Kontrolltiere gegenüber Entzündungsauslösern im Darm reagieren. Darüber hinaus gerieten bei ihnen die Aktivitäten der Darmmuskeln nach einer Entzündung außer Kontrolle. Die Verabreichung von Cannabinoiden bewirkte bei den Kontrolltieren eine deutliche Abschwächung der Entzündung.

Diese Erkenntnisse legen nahe, dass das körpereigene Cannabinoid-System einen Schutzmechanismus darstellt, um im Rahmen von Entzündungen übermäßige Reaktionen im Magen-Darm-Trakt zu verhindern. Die Antwort auf die Frage inwieweit das körpereigene Cannabinoid-System Entzündungen aber tatsächlich verhindern kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Forscher glauben, dass es ein Potenzial für den Einsatz von Cannabinoiden geben könnte, umgekehrt stellten sie jedoch fest, dass THC und Marihuana allerdings auch eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen auf zahlreiche physiologische Funktionen haben. „Eine Lösung des Problem läge in der Entwicklung von Substanzen, die den Cannabinoid-Rezeptor aktivieren, aber nicht die Blut-Hirn-Schranke passieren können“, so Martin Storr von der Medizinischen Klinik an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

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