Ob asiatische Tigermücke, Feuerlibelle oder Schwertschrecken: Infolge der globalen Erwärmung sind auch bei uns zahlreiche exotische Insekten heimisch geworden. Wir haben deshalb mit Apotheker Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern gesprochen, welche Gefahr bei uns tatsächlich von Mücken ausgeht, und wie man sich dagegen schützen kann…
Lange Kleidung und Repellents schützen vor Mücken
Schmitt: Vor Stichattacken schützen Sie sich am besten, wenn Sie lange, weite Kleidung und Socken tragen, denn durch diese können die Mücken nicht so leicht hindurchstechen. Außerdem wird vermutet, dass nicht nur der individuelle Körpergeruch, sondern auch bestimmte Duftstoffe in Deos oder Duschgelen Mücken anlocken. Duschen Sie deshalb möglichst kalt, benutzen Sie wenig Parfums und reiben Sie unbedeckte Hautstellen mit Insektenschutzmitteln (Repellents) ein.
Diese Repellents verändern Körpergeruch, Temperatur und Feuchtigkeit der Haut, so dass Mücken, aber auch Bremsen, Zecken und Tsetse-Fliegen Sie nicht mehr orten können. Besonders wichtig ist dieser Schutz in vielen tropischen Urlaubsgebieten. Denn während Mückenstiche bei uns außer Juckreiz meist keine ernsthaften Probleme bereiten, können in anderen Klimazonen schwere Krankheiten durch Mücken übertragen werden. Insektenschutzmittel sollten deshalb in keiner Reiseapotheke fehlen.
Wie sind diese sogenannten Repellents anzuwenden?
Schmitt: Tragen Sie die Repellents auf alle unbedeckten Hautstellen gleichmäßig auf. Die Dauer des Schutzes hängt dann von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und dem Wind ab. Wenn Sie gleichzeitig ein Sonnenschutzmittel verwenden, tragen Sie zuerst dieses auf, und das Repellent danach. Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren können nur mit bestimmten Repellents geschützt werden. Fragen Sie zur Anwendung deshalb auf jeden Fall in Ihrer Apotheke!
Was ist zu tun, wenn man trotz aller Vorsicht doch gestochen wurde?
Schmitt: Kühlen hilft. Legen Sie bitte aber immer ein Tuch zwischen Kühlmittel und Haut. Ein einfaches Hausmittel ist auch Teebaumöl. Tupft man es auf die entsprechende Stelle, so bleibt der Juckreiz aus. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel kann dies bewirken. In der Apotheke bekommt man verschiedene Salben, Gels oder Sticks, die den Juckreiz stillen. Treten allerdings allergische Reaktionen, wie Atemnot oder Herzkreislaufbeschwerden auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Das gilt auch, wenn Mückenstiche nicht abheilen oder sich infizieren. Hier muss unter anderem das Risiko einer Blutvergiftung abgeklärt werden.
Im Sommer besteht auch die Gefahr von Zecken und Wespenstichen. Was raten Sie hier?
Schmitt: Der Biss der Zecke kann gefährlich werden. Denn die Zecken übertragen zum einen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), zum anderen Borreliose. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die ich für alle Risikogebiete sehr empfehle. Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Wespen stechen im Normalfall nur, wenn sie selbst attackiert werden. Deshalb ist es ratsam nicht nach anfliegenden Tieren zu schlagen, bei sommerlichen Gartenfesten süße und fleischhaltige Nahrungsmittel abzudecken und Limonade mit einem Strohhalm zu trinken. Unter normalen Umständen sind Wespenstiche keine Gefahr, sie sollten in jedem Fall gekühlt werden. Ein Wespenstich in Mund- und Rachenraum ist jedoch ein Notfall, da durch die Schwellung die Atmung behindert werden kann. Patienten mit einer Insektengiftallergie sollten immer ein vom Arzt zusammengestelltes Set mit Notfallmedizin bei sich tragen.
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