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Wie man dazu kommt, Träume zu erforschen

Die Sprache der Träume kann jeder verstehen, der bereit ist, sich mit ihr auseinanderzusetzen. In unseren Träumen geht es um die großen Themen des Lebens: Liebe, Freiheit, Selbstverwirklichung, Familie, Sexualität, Tod. Träume machen uns aufmerksam: Was beschäftigt uns gerade, was hindert uns, glücklicher zu sein, wie können wir unsere Probleme lösen?…

In ihrem autobiografisch geprägten Buch zeigt Ortrud Grön, wie wir lernen können, unsere Träume zu interpretieren. Sie erklärt, warum es so wichtig ist, Träume aufzuschreiben, was das Träumen erleichtert, was es unterdrückt und wie man sich an Träume besser erinnern kann. Anhand von eigenen Träumen und Traumbeispielen ihrer Patienten erläutert sie, wie die nächtlichen Botschaften uns in jeder Lebenssituation einen Weg zu Selbsterkenntnis und Selbsthilfe weisen.

Ortrud Grön

In unseren Träumen geht es um die großen Themen des Lebens: Liebe, Freiheit, Kreativität, Selbstverwirklichung, Ängste, Aggressionen, Spiritualität, Tod. Träume fordern uns auf, uns mit der eigenen Biografie zu befassen: Was beschäftigt uns gerade? Was hindert uns, glücklicher zu sein? Wie können wir unsere Probleme lösen?

Ich schreibe alle meine Träume auf. Seit Jahrzehnten. Ich habe heute 64 Ordner voll, es müssen Tausende von unterschiedlichen Traum-Motiven sein. Ich hole mir immer wieder etwas aus den Ordnern hervor, um nachzuvollziehen, wie ich mich entwickelt habe…

Keiner fühlt mich – meine Gefühle sind unwichtig — meine Gefühle haben keine Macht — meine Gefühle interessieren den anderen nicht. Das sind Sätze aus einem Traum, der mich in der Mitte meines Lebens bewegte. Er gab mir einen wichtigen Hinweis zu einem Zeitpunkt, als ich begann, mich mit meinen Kindheitsnöten auseinanderzusetzen: Was war diesem Traum vorausgegangen, woher kam diese Hoffnungslosigkeit?

1925 in Berlin als erstes von vier Kindern geboren, geriet ich gleich in meiner Säuglingszeit in seelische Nöte: Meine Eltern ließen mich oft bis tief in die Nacht allein, wenn sie zu Wahlreden in der Stadt waren…

Ich werde häufig gefragt, ob es das eine große Thema gibt, das unsere Träume miteinander verbindet. Ich glaube schon: Jedes Kind wird mit dem Willen, leben zu wollen, und mit einer schier unbändigen Neugierde ausgestattet. Doch es lernt schnell Grenzen kennen. Erst durch den Umgang in der Familie, später durch Vorgaben, die ihm die Umwelt machen. Ist die Entwicklung erst ungestüm, wird sie bald von Ängsten begrenzt, die seine Neugierde einschränken. Abgelehnte Wünsche werden verdrängt, Offenheit weicht notwendigen Schutzhaltungen. All das gehört zu der Entwicklung eines jungen Menschen.

Doch was ist im späteren Leben, wenn es darum geht, die eigene Entwicklung und die Gesellschaft mitzugestalten? Dann werden plötzlich alle Schutzhaltungen, die wir verinnerlicht haben, zu Hemmschuhen. Das ist die Zeit, in der uns unsere Träume wieder an die gestalterischen Kräfte unserer Kindheit erinnern. Es ist also keineswegs ein Zufall, dass immer wieder Kindheitsmotive in Träumen vorkommen. Die Kindheit ist das Becken, aus dem unser Ich neue Kraft und Frische schöpft.

„Träumen ist Sehen mit dem inneren Auge.“

Träume fordern uns dazu auf, uns mit dem eigenen Leben und der eigenen Biografie zu beschäftigen. Manchmal direkt, indem wir an Phasen unserer Kindheit erinnert werden, in denen Ängste entstanden sind, die uns gezwungen haben, Lebenskraft ins Unbewusste abzudrängen. Oder sie erinnern uns an die vitale Kraft, die uns damals bewegte und die wir uns wieder aneignen sollten.

Wenn es ein übergreifendes Thema in den Träumen der Menschen gibt, dann dieses: das Bemühen um Selbsterlösung von Ängsten und zwanghaften Vorstellungen, die Leben in uns blockieren. Auf diesem Weg, den jeder Mensch gehen sollte, haben wir freundliche Begleiter: die Bilder, die uns im Schlaf erscheinen. Sie bilden ein fantastisches Theater – wir müssen nur lernen, diese »Theatervorstellungen« zu verstehen, zu lieben und zu genießen.

Ortrud Grön ist 1925 geboren und praktizierende Psychotherapeutin. Sie ist die Gründerin der Lauterbacher Mühle, eine Herz- und Kreislaufklinik an den Osterseen in Bayern. Schon in den 80er Jahren begann sie, gemeinsam mit Patienten Träume aufzuarbeiten und widmete sich schließlich ganz der Erforschung der Systematik der menschlichen Traumwelt. Sie ist Verfasserin mehrerer wissenschaftlicher Bücher über Träume und veranstaltet regelmäßig Traumseminare.

Ihr neuestes Buch, „Ich habe einen Traum„, beschreibt wie Träume unser Leben verändern können: ein faszinierendes Buch über die nächtlichen Botschaften unserer Seele · Co-Autoren sind die erfahrenen ZEITmagazin-Journalisten Christoph Amend und Tillmann Prüfer

Ihr Buch „Pflück Dir den Traum vom Baum der Erkenntnis“ geht in die 2. Auflage. In ihrem Vortrag wird sie uns in die Welt der Träume und der Traumsprache einführen.

1 comment to Träumen: Sehen mit dem inneren Auge

  • Helmuth Wollmann

    Heute 66, ist vor 30 J. eine arbeitsunfähig machende Depression nach Trauer über Tod der 56j. Mutter 1 1/2 J. vorher ausgebrochen, die immer wiederkehrt trotz psychiatr. u. psochol. Therapien.
    Ich nehme schon lange keine Antidepressiva wegen ausbleibender Besserung u. der diversen Nebenwirkungen mehr, halte mich mit homöopathika u. Phytopharmaka über Wasser als Frührentner seit 10 J.
    An Träume kann ich mich sehr selten erinnern, in depressiven Phasen überhaupt nicht, obwohl ich immer auf deren Hinweishilfe hoffte.
    Als Analogie sehe ich die Unfähigkeit zu Tagträumen u. Hoffnungslosigkeit. Geführte Fantasiereisen von Kassetten blieben erfolglos.
    WIE KOMME ICH ZU tRÄUMEN ???????