Autismus: Unterschied beim Nachdenken ĂŒber sich oder ĂŒber andere fehlt

15. Dezember 2009
By admin
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Wissenschaftler der University of Cambridge haben nachgewiesen, dass Selbsterkenntnis fĂŒr Autisten ein großes Problem ist. Sehr prĂ€zise Scans der Gehirne von Betroffenen zeigten, dass sie weniger aktiv sind, wenn sie mit selbstreflektierenden Gedanken beschĂ€ftigt sind…

Autisten haben Probleme mit Selbsterkenntnis und Selbstreflexion

Cambridgepte – Diese Forschungsergebnisse liefern neurologische ErklĂ€rungen dafĂŒr, warum Menschen mit Autismus in sozialen Situationen Schwierigkeiten haben. Details der Untersuchung wurden in dem Fachmagazin Brain http://brain.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Autismus wurde lange als Krankheit angesehen, die mit extremem Egozentrismus in Zusammenhang steht. Jetzt ist nachgewiesen, dass Betroffene Schwierigkeiten damit haben, ĂŒber sich nachzudenken und daraus Erkenntnisse abzuleiten, berichtet die BBC. Das Forscherteam um Michael Lombardo nutzte funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie-Scans, um die GehirnaktivitĂ€t bei 66 Freiwilligen zu messen. Bei der HĂ€lfte der Teilnehmer war eine Störung des autistischen Formenkreises festgestellt worden.

Unterschiede in der GehirnaktivitÀt

Die Teilnehmer wurden ersucht, entweder ihre eigenen Gedanken, Meinungen, Vorlieben oder körperliche Charakteristiken zu beurteilen oder die eines anderen Menschen. Als Beispiel fĂŒr einen anderen Menschen wurde die Queen herangezogen. Die Gehirne wurden bei der Beantwortung dieser Fragen gescannt. So wurden Unterschiede in der GehirnaktivitĂ€t bei Autisten und Nicht-Autisten sichtbar. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem fĂŒr einen Bereich des Gehirns: das mittlere untere Stirnhirn (VMPFC). Es ist dann aktiv, wenn Menschen ĂŒber sich selbst nachdenken.

Es zeigte sich, dass dieser Bereich des Gehirns bei typischen Freiwilligen aktiver war, wenn ihnen Fragen ĂŒber sie selbst und nicht ĂŒber die Queen gestellt wurden. Bei autistischen Menschen kam es zu einer gleichmĂ€ĂŸigen Reaktion. Es machte keinen Unterschied, ob sie ĂŒber sich oder die Queen nachdachten. FĂŒr Lombardo ist damit nachgewiesen, dass das autistische Gehirn Schwierigkeiten damit hat, Informationen ĂŒber das Selbst zu verarbeiten. Soziale Interaktionen mit anderen Menschen erforderten, das VerhĂ€ltnis zwischen einem selbst und dem anderen im Auge zu behalten, so der Forscher. “In manchen sozialen Situationen ist es wichtig festzustellen ‘Wir sind uns Ă€hnlich’, in denen kann es wichtig sein zu erkennen ‘Ich bin anders als du’.”

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