HIV: Vaginalgel PRO 2000 senkt Risiko doch nicht

15. Dezember 2009
By admin
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Das Vaginalgel PRO 2000 kann die in seine Wirksamkeit gesetzten Hoffnungen offenbar doch nicht erfĂŒllen. Die groß angelegte Untersuchung eines Mikrobiozids hat jedenfalls keine Beweise dafĂŒr erbracht, dass es das Risiko einer HIV-Infektion bei Frauen senken kann…

Forschung sucht dringend nach neuen AnsÀtzen zur HIV-PrÀvention
Kondome allein reichen nicht aus, um HIV einzudÀmmen

pte – Eigentlich soll das Gel – vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt – helfen, die Anzahl der HIV-Infektionen zu reduzieren. Das Microbicides Development Programme http://www.mdp.mrc.ac.uk fĂŒhrte nun Tests mit 9.385 Frauen in vier afrikanischen LĂ€ndern durch. Dabei war Risiko einer Infektion bei Frauen, die das Gel benutzten, nicht deutlich anders als bei Frauen, die ein Plazebogel erhielten.

Die Wissenschaftler hatten gehofft, dass derartige Gels eine effektive Möglichkeit zur EindĂ€mmung der Ausbreitung von HIV wĂ€ren. Experten rĂ€umen laut BBC mittlerweile ein, dass die Forcierung der Verbreitung von Kondomen allein nicht ausreicht, um die Epidemie unter Kontrolle zu bringen. Neue AnsĂ€tze zur EindĂ€mmung sind dringend erforderlich. In den afrikanischen LĂ€ndern sĂŒdlich der Sahara sind fast 60 Prozent der Infizierten Frauen. Sie werden hĂ€ufig zu ungeschĂŒtztem Sex gezwungen und sind biologisch gesehen anfĂ€lliger fĂŒr Infektionen als MĂ€nner. Theoretisch sollte ein Gel, das sie selbst verwenden können, daher wirksam sein.

Eine frĂŒhere, kleinere Untersuchung legte nahe, dass PRO 2000 das Risiko einer HIV-Infektion um 30 Prozent verringern könnte. Die aktuelle Studie des Microbicides Development Programmes, einer Vereinigung von 16 europĂ€ischen und afrikanischen Forschungsinstitutionen, konnte jedoch keine positive Wirkung nachweisen. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Studie groß genug war, um ĂŒberzeugende Ergebnisse zu liefern. Die Teilnehmerinnen erhielten das Gel gemeinsam mit Kondomen und dem Zugang zu Informationen ĂŒber sicheren Sex.

Ergebnisse entmutigend – Neue BehandlungsansĂ€tze gesucht

Die leitende Wissenschaftlerin Sheena McCormack vom Medical Research Council http://www.mrc.ac.uk erklĂ€rte, dass diese Ergebnisse entmutigend seien. Trotzdem seien sie wichtig, da damit klar sei, dass Tests durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen, die groß genug sind, um klare Beweise dafĂŒr zu liefern, ob ein Produkt wirksam ist oder nicht. Mitautor Jonathan Weber vom Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk betonte, es sei entscheidend, dass die Forschung immer weiter nach neuen Möglichkeiten zur HIV-PrĂ€vention suche. Daher werde man sich jetzt auf andere BehandlungsansĂ€tze konzentrieren.

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