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Kino im Kopf: Wie das Lesen wieder zum Erlebnis wird

Ein Land verlernt das Lesen“ titelte am 12.11.09 „Die Zeit“. Der Autor des Lese-Dossiers, Roman Pletter, bezog sich mit seinem Titel vor allem auf das Verständnis beim Lesen. Zum Beispiel bei abstrakten Texten…

Richtig Lesen zu können ist aber auch eine Technik, die man lernen muss. Nach Wolfgang Schmitz, Geschäftsführer von „Improved Reading„, sogar zweimal im Leben. Denn häufig bestimmen die Lese-Techniken aus der Grundschule selbst noch bei Erwachsenen deren Lese-Verhalten. Mit dieser Grundschultechnik lesen Menschen durchschnittlich nur 200 Wörter pro Minute. Das menschliche Gehirn kann aber rund 800 bis 1000 Wörter pro Minute verarbeiten. Fazit: Unser Gehirn wird beim Lesen nur zu 25 Prozent ausgelastet, Gedanken schweifen ab und Textinhalte werden nicht erfasst. Ergebnis: mehr Frust statt Lust beim Lesen. Mit Folgen für das private Lese-Vergnügen wie auch für das Lesen in der Arbeit. Denn gerade am Arbeitsplatz wird durchschnittlich 1,5 bis 2 Stunden am Tag gelesen. Wird die Lese-Effizienz eines Menschen nur um 25 Prozent gesteigert, bedeutet das eine Ersparnis von 14 ganzen Arbeitstagen pro Jahr!

In seinem Buch „Payback“ beschreibt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, wie wir im Informationszeitalter die Kontrolle über unser Denken verlieren und stellt die Frage: Wer steuert in Zukunft eigentlich wen? Der Mensch den Computer? Oder Computer und Suchmaschinen den Menschen? Überforderung, Stress, chronische Konzentrationsstörungen machen heute schon vielen Menschen das Lesen und Lernen zur Qual.

Nun will eine bundesweite Aktion „Faszination Lesen“ auf diese Thematik aufmerksam machen.

Die schnellste Therapie der Welt

Die meisten Ratgeber erfordern mehr Zeit als Leser haben. Nun stellt Psychologieprofessor Richard Wiseman Techniken vor, mit denen man in einer Minute sein Leben verbessern kann. BÜCHER-Autor Jan Schlieter hat die 60-Sekunden-Therapien ausprobiert.

Zum Beispiel: Wie steigere ich mein Glücksempfinden?
Die 60-Sekunden-Lösung: „Laut Wiseman wirkt sich eine bestimmte Form des Schreibens nachhaltig positiv auf die Lebenszufriedenheit aus. Sein ‚perfektes Tagebuch‘ soll innerhalb von nur fünf Tagen wirken. Von Montag bis Freitag bekomme ich deshalb jeden Tag eine kleine Aufgabe, die ich schriftlich erledigen soll: mir zum Beispiel eine geglückte Zukunft ausmalen, mich in ein großartiges Gefühl aus der Vergangenheit zurückversetzen oder drei Dinge finden, für die ich dankbar bin.

Das Ergebnis: Ich fühle mich tatsächlich überdurchschnittlich gut. Ob das Folge meiner Reflexionen oder eher der vielen schönen Erlebnisse ist, lässt sich schwer sagen. Zumindest beschert das Tagebuch viel Freude und einige Aha-Erlebnisse. Ein weiterer Vorzug für ungeduldige Menschen: Jeder Text lässt sich in der Zeit schreiben, die man an einer roten Ampel warten muss. Therapiewert: sehr gut.“

Richard Wiseman: Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern, S. Fischer, 9,95 €, übersetzt von Jürgen Schröder.

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