Die Reiskultur schützt Asien vor Alkoholexzessen

20. Januar 2010
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Die Tatsache, dass in Asien viele Menschen keinen Alkohol vertragen, dürfte auf die auf Reis basierte Ernährung seit der Jungsteinzeit zurückgehen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der chinesischen Akademie der Wissenschaften im Journal BMC Evolutionary Biology…

Reiskonsum lässt Asiaten keinen Alkohol vertragen
Alkoholintoleranz als Schutz der Organe entwickelt

ptehttp://english.cas.cn Sie rekonstruierten die Geschichte der Genmutation, die für die Alkoholintoleranz verantwortlich ist. Dabei entdeckten sie, dass diese genau in der Zeit entstand, als in Südchina erstmals Reis angepflanzt wurde.

Von einer Alkoholintoleranz spricht man, wenn es der Körper nicht zustande bringt, Alkohol abzubauen. Sind die Symptome auch ähnlich wie bei der Zuführung von zuviel Alkohol – unter anderem ein schnellerer Herzschlag, Magenprobleme und eine Gesichtsrötung – so treten diese Reaktionen bei genetischer Alkoholintoleranz schon nach dem Konsum sehr geringer Mengen Alkohol auf. Bei asiatischen Völkern ist dieses Merkmal weit verbreitet.

Gene erzwingen Ernährungsumstellung

Die Forscher um Bing Su untersuchte über 2.000 Personen aus 38 ethnischen Gruppen Chinas, unter ihnen auch Han-Chinesen und Tibetaner. “Unsere molekulare Datierung deutet darauf hin, dass die entscheidende Genvariante im Zeitraum vor 10.000 bis 7.000 Jahren aufgekommen ist. Zeitlich und auch geografisch entwickelte sie sich genau parallel zur Entstehung des Reisanbaus im Neolithikum.” Den Beginn des Reiskonsums sehen die Wissenschaftler als direkte Ursache für die Entstehung der Intoleranz.

Reis ließ man im alten China mit Hefepilzen gären, um dadurch den Nährwert zu verbessern. Gleichzeitig entstand dabei Ethanol mit seinen desinfizierenden und auch das Bewusstsein beeinträchtigenden Wirkungen. In Folge des übermäßigen, ständigen Alkoholkonsums über die feste Nahrung dürfte laut Studienleiter Su die Unverträglichkeit als Schutzmechanismus entstanden sein. Wer die Intoleranz entwickelte, habe infolge des Verzichts auf gegorenen Reis gesündere Organe besessen, länger gelebt und auch mehr Chancen zur Fortpflanzung gehabt, erklären sich die Forscher die erfolgreiche Verbreitung über den asiatischen Kontinent.

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