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Fünf Minuten Botanik: Goldkrokus

Auch wenn Israel nur ein kleines Land ist, hat es doch extrem unterschiedliche Vegetationszonen: die Küste mit Mittelmeerklima, Bergland, Steppe und Wüste. Dazu kommt auf nur kurzer Strecke ein großer Höhenunterschied vom Berg Hermon mit 2.800 m bis hinunter zum Toten Meer, fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Diese Faktoren bestimmen eine atemberaubende Artenvielfalt der Flora, mit der sich seit Jahrzehnten auch Botaniker aus der ganzen Welt beschäftigen…

Israels Flora: Sternbergia clusiana – Goldkrokus

Die Gegend bei Lehavim im nördl. Negew ist in ganz Israel bekannt. In den Wintermonaten September bis Dezember, also um die Zeit zu Sukkoth, dem Laubhüttenfest, sprießen im „Sternbergia-Tal“ ganz plötzlich Tausende leuchtend gelbe Blumen auf dem kargen Untergrund. Meist nach dem ersten Regen suchen sich die Triebe zwischen Gestrüpp und Felssteinen den geringsten Widerstand durch die Erde. So kommt es zu diesem wunderbaren Naturschauspiel eines strahlenden Gelb auf dem sandbraunen Boden des Nordnegev.

Der Botaniker Carolus Clusius aus den Niederlanden, der die Pflanze 1601 wohl als Erster beschrieb, ordnete sie wegen der Ähnlichkeit mit den Krokussen der Familie der Narzisse zu. 1753 fand der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné jedoch heraus, dass die Sternbergia zur Familie der Amaryllis zu zählen ist.

Es gibt etwa acht Unterarten des becherförmigen Goldkrokus, auch Gewitterblume oder Herbstgoldbecher genannt, von denen die meisten rund um das Mittelmeer zu finden sind. Nur zwei Arten, Sternbergia vernalis und Sternbergia candida, sind Frühlingsblüher. Als einzige bringt die S. candida strahlend weiße Blüten hervor. Alle anderen Arten blühen Gelbgold.

In Israel finden wir nur die Sternbergia clusiana (hebräisch: Chelmonit gdolah) im Nordnegev, auf den Höhen des Golan und am Meron-Berg. Oft kommt zuerst die Blüte ans Tageslicht, dann erst die deutlich gezahnten, dunkelgrünen Blätter mit einem gräulichen mittigen Streifen. Sechs Staubblätter kennzeichnen das Amaryllisgewächs.

Der Goldkrokus wird durch zwei Arten bestäubt: der Honigbiene Apis mellifera und verschiedenen Arten von Schwebfliegen. Die Honigbiene sammelt den Nektar und die Pollen aus den kurzen inneren Staubgefäßen, während die Schwebfliegen die äußeren, längeren Staubgefäße besuchen. Scheinbar werden die beiden Bestäuber durch verschiedene Arten von Nektar angezogen. So sorgen zwei Arten der Befruchtung dafür, dass es keinen Wettbewerb gibt. Gleichzeitig gewährt dies eine maximale Blütenanzahl in einer rauhen Jahreszeit.

Gleich hier im Negew entstand nun ein Steinbergia-Garten, ein Platz für Picknick, Erholung und Fitness. Ermöglicht wurde die Errichtung durch Brandla Wajdengarten sel.A.. Die Holocaust-Überlebende aus Polen, hatte ein schmerzvolles Leben. Ihre Eltern und ihr Mann kamen im Holocaust um. Sie selbst überlebte den Naziterror mit ihrer kleinen Tochter Miriam in einem Kloster. Doch 1948, drei Jahre nach Kriegsende, bekam Miriam Krebs und verstarb.
Brandla Wajdengarten gründete nach dem Tode ihrer Tochter keine neue Familie mehr. Sie wohnte in Frankfurt am Main, lebte aber mal in Deutschland, mal in Israel. Aus ihrem Nachlass entstand nun dieser Picknickplatz. Während Sukkoth – im Oktober – bedeckt das Gelb der Goldkrokusse (Sternbergia) den Boden der ganzen Gegend und jedes Jahr kommen Tausende Besucher aus dem ganzen Land, um dieses zwei bis drei Wochen dauernde Naturschauspiel zu genießen.

Special zum TU b’Schwat: Wasser in Israel
[FILM VON DER FLUT IM NEGEW]

Professor Arie Issar:
Wasser – die Hoffnung Israels
Ein Film über technologische Wege aus der Wüste…

Nord-Süd-Transfer:
Die Nationale Wasserleitung
Israels Mangel an Wasser ist ein ernstes Problem. Die Quellen liegen teilweise in Syrien und Jordanien. Die landwirtschaftlichen Gebiete im Sueden werden nur ungenuegend bewaessert. Die Hauptreservoirs befinden sich im Norden des Landes; hier jedoch sind die landwirtschaftlichen Gebiete kleiner…

Im Süden:

Jam haMelach:
Das Tote Meer
Das Meer für Nichtschwimmer und Zeitungleser…

Am Salzmeer:
Ein Gedi
Ein-Gedi ist eine Oase am Westufer des Toten Meeres und eine der wichtigsten archaeologischen Staetten in der judaeischen Wueste…

Sehr Bunt und sehr lebendig:
Das Rote Meer
Am Nordende des Roten Meeres liegt Elath, die suedlichste Stadt Israels…

Im Norden:

Antike Bäder:
Hamat Gader
Hamat Gader liegt im Jarmuktal, sieben Kilometer oestlich des Kinneret. Seit der Antike werden hier die heissen, schwefelhaltigen Quellen genutzt…

Das galiläische Meer:
Der Kinereth
Der Kinneret wird durch eine Reihe von Suesswasserquellen gespeist. Am Grund des Sees und entlang seiner Ufer gibt es auch einige salzige Quellen, die zur Salinitaet des Wassers beitragen, die durch die starke Verdunstung in dem heissen Klima intensiviert wird…

Kühles Nass:
Der Banias
Der Banias liegt 13 km oestlich von Kiriat Schmona am Quellfluss des Jordan, der den gleichen Namen traegt…

Bescheiden und berühmt:
Der Jordan
Der Jordan, einer der beruehmtesten Fluesse der Erde, fliesst entlang der Grenze zwischen Israel und Jordanien, vom gebirgigen Dreilaendereck Israel – Syrien – Libanon, durch den Kinneret (See Genesareth) suedwaerts ins Tote Meer…

Bei Gideons Hoehle:
Ma’ayan Harod
Der Ma’ayan Harod Nationalpark liegt im Jesreel Tal, zehn Kilometer suedoestlich von Afula, nahe dem Dorf Gidona, das 1949 gegruendet wurde…

Meistens tosend:
Der Tanur Wasserfall
Der Tanur Wasserfall befindet sich im Naturschutzgebiet des Flusses (Nachal) Ayoun in der Naehe von Metulla…

Wissenschaft:

Entsalzungsanlagen und Abwasseraufbereitung:
Israel exportiert sein Know-how

Mitten im Winterregen kam der Schock für die israelischen Verbraucher: Die staatliche Wassergesellschaft Mekorot erklärte, zum 1. Januar 2010 die Wasserpreise um satte 25 Prozent zu erhöhen. Damit nicht genug. Am 1. Juli 2010 wird ein weiterer Preisaufschlag von 16 Prozent fällig, und zum Jahreswechsel 2011 plant der staatliche Versorger, noch einmal zwei Prozent draufzulegen…

Mekoroth:
Weine nicht, wenn der Regen fällt…

Die Wasserkrise gehört in Israel zu den akuten Umweltproblemen. Nicht wegen der politischen Streitfragen hinsichtlich des spärlichen Rohstoffs und dessen gerechter Verteilung im ganzen Nahen Osten, sondern vor allem wegen der Gefahr der Wasserverschmutzung, die beim Absacken der Wasserpegel unter ein Minimum, die so genannte Rote Linie, droht…

Jahr 2009:
Israelis verbrauchten weniger Wasser
Der Wasserverbrauch bei den Privathaushalten in Israel ist im vergangenen Jahr um 9 Prozent gegenüber 2008 zurückgegangen. Das gab die staatliche Wassergesellschaft Mekorot jetzt bekannt. Sie stellt rund 80 Prozent des benötigten Wassers in Israel zur Verfügung…

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