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Beratung in der Apotheke: Hausmittel und deren Anwendung

Das Wissen um Hausmittel geht in Bayern nach und nach verloren. Bei einer Erkältung ihres Kindes wenden in Bayern zum Beispiel nur 19 Prozent der Eltern ein Hausmittel wie Wadenwickel an, aber 26 Prozent greifen zu einem Medikament. Je jünger die Eltern, desto seltener nutzen sie Hausmittel…

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen infas-Umfrage bei 478 Eltern in Bayern im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Bei unkomplizierten Erkrankungen wie einer beginnenden Erkältung oder leichten Kopfschmerzen sollte man nicht vorschnell zur Tablette greifen, sondern zuerst die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken“, rät daher Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern. „Ein Heilpflanzentee, ein Vollbad mit einem passenden Zusatz oder ein Wickel sollten daher öfter das Mittel der ersten Wahl sein. Die Apothekerin oder der Apotheker in Bayern empfehlen bei einer individuellen Beratung gerne ein passendes Hausmittel.“

Mit der Gewürzapotheke gegen viele Beschwerden

Bei Erkältungen hilft beispielsweise das Gurgeln mit Salbeitee, der vorher zehn Minuten gezogen hat. Das Trinken von Lindenblütentee mildert den Hustenreiz bei Erkrankungen der Atemwege. Eine Schwitzkur mit Lindenblütentee dagegen ist empfehlenswert, wenn die Erkältung gerade akut ist: Kombiniert mit Holunderblüten und Mädesüßblüten lässt der Tee das Fieber einfach ausschwitzen.
Wichtig dabei ist aber, dass der Tee abends vor dem Schlafengehen möglichst heiß getrunken wird. Gegen Halsentzündungen und Schnupfnasen helfen Aufgüsse mit Thymian oder Fenchel. Bewährtes Hausmittel bei Schnupfen ist auch die Nasendusche mit einer Kochsalzlösung.

„Gerade während einer Schwangerschaft sollten Arzneimittel nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist“, sagt Apotheker Schmitt. „Auch in diesem Fall können die Apotheker zu Hausmitteln viele Tipps geben. Bei Kopfschmerzen kann ein Spaziergang an der frischen Luft vielleicht das Schmerzmittel ersetzen, leichtere Fälle von Verstopfung können mit ballaststoffreicher Ernährung angegangen werden.“

Beratung auch bei Hausmitteln nötig

Hausmittel sind aber nicht immer harmlos und auch bei Heilpflanzen gibt es einiges zu beachten: „Die meisten Heilpflanzen sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Aber es gibt Ausnahmen. Wer sich selbst behandeln möchte, sollte sich daher vorher immer in der Apotheke informieren“, so Dr. Schmitt. Honig soll zum Beispiel gegen nächtlichen Hustenreiz helfen, ist aber für Babys auch in kleinen Mengen nicht geeignet. Bei der Verarbeitung von Bienenhonig können Bakterien in den Honig gelangen, die ein für Säuglinge gefährliches Gift bilden. Auch sind schleimlösende Eukalyptusöle für Kleinkinder und Säuglinge nur bedingt geeignet. Für sie gibt es spezielle Präparate.

Bei Fieber zum Arzt

Dauert ein Schnupfen oder Husten jedoch länger als eine Woche, steigt das Fieber hoch oder fühlt der Patient sich sehr schlecht, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern unter sechs Jahren ist ein Arztbesuch immer empfehlenswert.

1 comment to Beratung in der Apotheke: Hausmittel und deren Anwendung

  • Gegen eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen kann auch das inhalieren von Wasserdampf Wunder bewirken. Zum einen wird die Nase frei, zum anderen werden die Nasenschleimhäute befeuchtet.

    Am besten benutzt man dazu entweder einen handelsüblichen Inhalator oder man hält das Gesicht über einen Topf mit heißem Wasser und legt ein Handtuch über den Kopf. Pflanzliche Zusätze können den Effekt dann noch verstärken.