Archivsuche

Büchersuche

haGalil Shop

Archiv (chronolog.)

Die Kraft digitaler Beziehungen

„Beziehungen über digitale Medien und Plattformen sind mehr als Freizeitvergnügen oder eine Online-Visitenkarte. Kommunikationstechnologien schaffen neue zwischenmenschliche Kontakte. Auch und gerade dort, wo diese schwer fallen“, erklärte Dr. Hannes Ametsreiter, mobilkom austria, Telekom Austria, zu einem Projekt, das zeigen soll, dass Kommunikationstechnologien maßgeblich zum menschlichen Miteinander beitragen und das soziale Gefüge stärken…

Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), Non-Profit-Organisationen (NPOs) sowie Vereine waren aufgerufen, ihre Projekte unter dem Motto „Die Kraft digitaler Beziehungen“ vorzustellen.

Kommunikatons-Technologie für mehr Verständigung und mehr Verständnis

Aus den Einreichungen hat das NPO-Institut eine Vorauswahl von 9 außergewöhnlichen Projekten getroffen. Mit dabei war auch das Psychosoziale Zentrum ESRA, der Jüdischen Gemeinde in Wien.

Kommunikationstechnologie als Voraussetzung für Interaktion und Kommunikation: „Fenster zur Welt“

Ab 2010 stattet ESRA SeniorInnen, die durch ihre Biografie und Lebenssituation (NS-Verfolgung und Migration nach Österreich) im Alter besonders stark von sozialer Isolation und Einsamkeit bedroht sind, mit technischem Know-how für mehr Kommunikation aus: Einschulungen in ITK-Lösungen wie Internettelefonie tragen dazu bei, dass die SeniorInnen trotz fortschreitender Immobilität mit ihren Familienmitgliedern in aller Welt und auch ihren Bekannten und Freunden aus dem psychosozialen Zentrum in Kontakt bleiben können.

Andre Beispiele:

Caritas für Betreuung und Pflege: n@tzwerkpflege

In Österreich werden mehr als 50.000 Menschen von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Die pflegenden Personen haben oft kaum Gelegenheit, das Haus zu verlassen oder sich eine Auszeit vom Pflegealltag zu nehmen. Für sie bildet die Online-Plattform „n@tzwerkpflege“ ein Forum, in dem sie sich mitteilen und ihre Sorgen und Erfahrungen austauschen können. Die Fragen von pflegenden Angehörigen beantworten Experten der Caritas für Betreuung und Pflege über die Online-Beratung.

Forschungsinstitut des Roten Kreuzes (FRK): Ambient Assisted Shared Living (AMASL)

Soziale Isolation trifft besonders oft alte Menschen. Das FRK startet 2010 ein Forschungsprojekt, das Kommunikationstechnologien möglichst einfach und kostengünstig in den Alltag alter Menschen integrieren soll, um diese so mit ihren – oft entfernt lebenden – Familien oder mit Pflegeorganisationen zu verbinden. Audio-visuelle Kommunikationsmedien sollen etwa die „betreute Person in den Wohnraum der Familie integrieren“. In Notfällen kann die Alarmierung von Pflegeorganisationen und Angehörigen automatisiert erfolgen.

KiB children care: Betreuung erkrankter Kinder zu Hause

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist besonders dann schwierig, wenn ein Kind akut erkrankt und die reguläre Betreuungseinrichtung die Pflege nicht übernehmen kann. Das Projekt KiB child care aus Oberösterreich setzt auf digital organisierte Nachbarschaftshilfe: Junge Familien werden mit nachbarschaftlich engagierten Menschen, oftmals SeniorInnen, vernetzt. Schnellen Informationsaustausch zwischen den Familien und den HelferInnen machen Kommunikationstechnologien möglich: Die Betreuungsperson erhält etwa ein SMS mit der Adresse der Familie, die Familie zeitgleich ein E-Mail mit einem Foto des Helfers.

LifeTool gemeinnützige GmbH: LifeTool – Computer aided Communication

Mit der Umwelt kommunizieren oder in die digitale Welt eintreten – für viele alte Menschen oder Menschen mit Behinderung wird dies erst durch Kommunikationshilfen von LifeTool möglich. Eine Spracherkennungssoftware gibt etwa Menschen, die behinderungsbedingt keine Lautsprache haben, die Chance auf selbstbestimmte Interaktion und Kommunikation. Vollständig querschnittgelähmte Menschen erhalten durch eine mundgesteuerte Computer-Maus Zugang zu digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Derzeit nutzen geschätzte 20.000 Menschen von LifeTool entwickelte Technologien und Lernprogramme.

Österreichisches Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte (ÖHTB): Integrative Kommunikationslösung für sehende, sehbehinderte, blinde, hörbehinderte und taubblinde Menschen

Taubblindheit und Hörsehbehinderung führen vielfach zu Isolation. Das Projekt des ÖHTB startet ab 2010 und soll diesen Menschen, angepasst an ihre speziellen Bedürfnisse, alternative Kommunikationsformen nahebringen, die nicht nur den Alltag erleichtern, sondern vor allem den Austausch und zwischenmenschlichen Dialog ermöglichen und fördern.

Verein Frauen beraten Frauen: frauenberatenfrauen-ONLINE

Die Online-Beratung des „FrauentreffpunktONLINE“ erreicht gerade Frauen und Mädchen, die sich (noch) nicht trauen eine persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen – etwa bei schuld- und schambesetzten Themen wie Gewalt oder sexuellem Missbrauch. Auch Frauen, die wegen sozialer Ängste ihre Wohnung nicht verlassen können, oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung unter Isolation leiden, bietet die Beratung im Internet eine Austauschplattform. Im von Beraterinnen moderierten Chatroom können sich Frauen begegnen, von ihren Problemen erzählen, sich gegenseitig beraten und Kontakte knüpfen.

Verein Hospiz Mödling: „DiVe“ Digitale Vernetzungsstrategie in der mobilen Hospiz- und Palliativbetreuung

Der Verein Hospiz Mödling widmet sich seit 1997 der medizinisch-pflegerischen und psycho-sozialen Betreuung von lebensbedrohlich erkrankten PatientInnen und deren Angehörigen. Das Projekt DiVe ermöglicht mit Kommunikationstechnologien eine real-time Vernetzung aller Betreuenden, optimiert den Informations- und Kommunikationsfluss innerhalb des Teams sowie zwischen dem Team und den Betreuten und stellt so die sofortige optimale Betreuung der PatientInnen sicher.

Vier für Wien: LEONIS, vernetzte Rettungsdiensttechnologie

Die vier humanitären Organisationen für Rettungs- und Krankentransport in Wien – Samariterbund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hospitaldienst und Wiener Rotes Kreuz – haben im ersten Halbjahr 2009 ein vernetztes, digitales Kommunikationssystem eingeführt. Lebenswichtige Informationen werden damit direkt übertragen, Patientendaten schneller erfasst und mögliche Fehlerquellen, etwa durch handschriftliche Berichte, ausgeschlossen. Dank dieser automatisierten Dokumentation bleibt dem Betreuungspersonal mehr Zeit für die PatientInnen und die zwischenmenschliche Kommunikation.

Comments are closed.