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Momentan schlechte Laune kann langfristig Zufriedenheit bewirken

Die Gültigkeit des Sprichworts „Ohne Fleiß kein Preis“ haben Psychologen der San Francisco State University nun wissenschaftlich bestätigt. Im Journal of Happiness Studies zeigen sie, dass Menschen Stress und Unzufriedenheit überwinden müssen, wenn sie etwa bei einer Mathematikaufgabe sitzen oder Autofahren lernen. Langfristig führen diese Momente jedoch zu höherer Zufriedenheit…

Die Aneignung neuer Kompetenzen bringt oft Stressmomente

pte – Die Forscher ließen Versuchspersonen zwei Tage lang stündlich dokumentieren, was sie gerade machten und ob sie dabei Freude oder Stress empfanden. Es galt dabei auch anzugeben, inwiefern die Tätigkeiten die eigene Kompetenz erweitern, die Beziehung zu anderen Menschen stärken oder die Selbstbestimmung verbessern würden. Eine Vergleichsgruppe erhielt dieselbe Anweisung, sollte ihren Bericht jedoch bloß am Ende jedes Tages liefern. „Weil sie Stress verursachen, werden Ziele oft zurückgesteckt. Am Ende des Tages freut man sich jedoch, etwas dazugelernt zu haben“, berichtet Studienleiter Ryan Howell.

Stressmomente für Lernerfolg notwendi:
Lernen heißt schlechte Laune überwinden

Erstmals konnten die Forscher zeigen, dass die Arbeit an den eigenen Kompetenzen – sei es in der Arbeit, in der Schule oder im Fitness-Center – für den Moment in der Regel Freude und Zufriedenheit senkt und zu mehr Stress führt. Im Rückblick am Abend erwähnten die Probanden diese Momente jedoch als förderlich für das Glück und die Erfüllung. Beziehungsfördernde Aktivitäten empfand man hingegen im Moment als auch am Abend als positiv, während Tätigkeiten, die im Bewusstsein der eigenen Entscheidungskraft geschahen, die höchste momentane Zufriedenheit verzeichneten.

Die momentan schlechte Laune ist demnach eine Hemmschwelle für Lernen und Kompetenzerweiterung. Die Psychologen raten, sich vor solchen Momenten der Bedürfnisse bewusst zu machen, die durch das Lernen abgedeckt werden. „Es verringert den momentanen Stress, wenn die Tätigkeit auch Autonomie oder zwischenmenschlichen Beziehungen zugute kommt“, so Howell. Praktisch könne das durch gemeinsames Arbeiten oder durch das Wissen geschehen, dass eine herausfordernde Tätigkeit auf eigener Entscheidung beruht und mit der eigenen Person im Einklang steht.

Abstract des Originalartikels

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