Zen: Atemübungen reduzieren Schmerzempfinden

1. Februar 2010
By admin
Print This Post Print This Post

Wer häufig Zen-Meditation praktiziert, hat auch im Alltag ein niederes Schmerzempfinden. Das besagt eine Untersuchung an der Universität Montreal, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde…

Zen-Meditation lindert Schmerzen auch im Alltag

http://www.umontreal.cazenkreis.depte – Im Unterschied zu früheren Studien, die die Wirkung bei Kranken ins Auge nahm, testeten die Forscher die Schmerzverarbeitung bei gesunden, trainierten Zen-Lehrern. Das sei laut Studienautoren ein erster Schritt, um den Einfluss der Meditation auf das Schmerzempfinden zu entschlüsseln.

Die Studie war darauf angelegt, ein möglicherweise anderes Schmerzempfinden von Menschen zu untersuchen, die häufig meditieren. 13 Zen-Lehrer, die mindestens 1.000 Stunden Meditationserfahrung besaßen, wurden mit einer gleich großen Gruppe verglichen, die keine Meditation praktizierte. Man hielt ihnen eine Heizelement an die Wade und steigerte die Temperatur bis maximal 53 Grad. Die Zen-Lehrer ertrugen höhere Temperaturen als die Vergleichsgruppe und zeigten ein um ein Sechstel niedrigeres Schmerzempfinden, das sich im Zustand der Meditation noch weiter absenkte. Grund dafür sei die Verminderung der Atemfrequenz von 15 auf 12 Züge pro Minute, die für mehr Entspannung des Körpers sorgt, vermuten die Studienautoren.

Atemtechniken sind ein wesentliches Element der Zen-Meditation und haben Folgen für den Körper. “Man versucht, besonders langsam auszuatmen”, betont Zen-Lehrer Thomas Kabierschke im pressetext-Interview. “Das führt zu tieferer Atmung. Die Gedanken beruhigen sich dabei und der Blutdruck sinkt”. Während der Meditation befinde sich der Körper in gesteigerter Wachheit und Sensibilität, wodurch man auch kleine Geräusche wahrnehme. Kabierschke beobachtet auch im Alltag langfristige körperliche Verbesserungen als Folge von regelmäßiger Meditation. “Schlafqualität, Konzentrationsfähigkeit und Gelassenheit steigen und das Stressempfinden bessert sich. Mit dem Stress sinkt auch das Schmerzempfinden”, so der Meditationslehrer.

Zen-Meditation kann jedoch auch Schmerzen verursachen. “Die besondere Sitzhaltung führt häufig dazu, dass der Meditierende Schmerzen etwa im Rücken oder in den Knien deutlicher als sonst verspürt”, so Kabierschke. Die Reaktion darauf sei nicht das sofortige Aufstehen oder sich Reiben, wie es im Alltag geschieht. “Man versucht, den Schmerz zu beobachten statt ihm auszuweichen. Diese bewusste Pause erlaubt, dass sich die Einstellung zum Schmerz ändert.” Dadurch werde der Umgang mit körperlichen Grenzen eingeübt, erklärt der Münchner Zen-Lehrer.

Related posts:

  1. Zen-Meditation: Atemübungen reduzieren Schmerzempfinden auch im Alltag
    Wer häufig Zen-Meditation praktiziert, hat auch im Alltag ein niederes Schmerzempfinden. Das besagt eine Untersuchung an der Universität Montreal, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde. Im Unterschied zu früheren Studien,...
  2. Analgetika: US-Forscher entdecken neue Capsaicin-ähnliche Moleküle
    Jene Substanz, die dem Chili seine Schärfe gibt, könnte schon bald als Schmerzmittel in der Medizin Verwendung finden. Das so genannte Capsaicin soll Schmerz bereits an seiner Wurzel packen. Im menschlichen Körper haben die Forscher...
  3. Forscher der Hebräischen Universität entdecken Schmerz-Gen
    Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem haben gemeinsam mit internationalen Kollegen erstmals ein Gen identifiziert, das mit dem Empfinden von chronischen Schmerzen durch Nervenverletzung in Zusammenhang gebracht wird. Dies verspricht bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten… Chronische Schmerzen...

Tags: , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Werbung

Film & Video

Watch videos at Vodpod and more of my videos

WP SlimStat