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Vernunft oder Leidenschaft: Der freie Wille

Wie frei ist der freie Wille? Die Begriffspaare Vernunft oder Leidenschaft, Schöpfung oder Evolution, Chance oder Schicksal sowie Fisch oder Fleisch betiteln vier Diskussionsabende zur Frage nach dem freien Willen des Menschen unter dem Generalthema „Die Vermessung des freien Willens.“…

Im ersten Kremser Kamingespräch diskutieren Dr. Thomas Müller, Kriminalpsychologe und Univ. Profin. i. R. Maga. Drin. Rotraud A. Perner, Juristin und Psychotherapeutin über „Vernunft oder Leidenschaft“

Während in Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ die Geistesgrößen der deutschen Aufklärung die Welt im wortwörtlichen Sinn durchmessen, liegt das Eldorado der Erkenntnis der heutigen Forschung und Wissenschaft in der Welt der Moleküle, der Botenstoffe und der neuronalen Netzwerke.

Seit den jüngsten Forschungsergebnissen der Neurobiologie wird die Frage nach der Selbstbestimmtheit des Menschen, oder jene nach seinem freien Willen, wieder neu gestellt. Ist der freie Wille letztendlich nur eine Illusion? Der Mensch ist solch vielfältigen Einflüssen und Reglements unterworfen, dass er zunehmend als Spielball von Werbung, Gesetzen, Gesellschaft und neurobiologischen Prozessen erscheint.

Vernunft oder Leidenschaft

Im abendländischen Denken stehen Leidenschaft und Vernunft durch die Jahrhunderte konträr zueinander. Heute werden Vernunft, Leidenschaft, Emotion und Impuls wertfrei als dem Prozess der Willensbildung inne wohnende Komponenten betrachtet. Hat sich der freie Wille also längstens frei gespielt?

Neurobiologen können ethisches Handeln im Gehirn lokalisieren. Dennoch ist der freie Wille mehr als der funktionale Output einer Gehirnregion: Der gute Wille bildet den grundlegenden Maßstab ethischen Handelns und sittlichen Verhaltens. Die „willentlichen“ Verstöße dagegen reichen vom Kavaliersdelikt bis zum schweren Verbrechen und führen bis an die Abgründe des Menschseins.

Was macht uns nun zum guten oder bösen Menschen? Wie viele Gebote und Regeln brauchen wir oder tun uns gut, um als Einzelner oder als Gesellschaft sowohl leidenschaftlich als auch vernünftig zu fühlen, zu wünschen und zu handeln?

Termin 10. März 2010, 18.00h