“Sexuelle Probleme zwischen Partnern haben oft eine gemeinsame Ursache. Sie entstehen, weil Männer zu dominant und daher auch zu schnell sind”, meint der Tantra-Lehrer Bernd Braun. Im Prinzip sei es ganz einfach. Männer müssten nur ein wenig ihrer männlichen Dominanz zurücknehmen und sich auf den Rhythmus und das Tempo ihrer Partnerin einstellen…
Mann stellt sich zu wenig auf Geschwindigkeit der Frau ein
pte – “Die indische Tantra-Lehre geht von einer Gleichgewichtung beider Geschlechter aus, da spirituell gesehen, Mann und Frau gleich sind”, so Braun. In den vergangenen Jahrhunderten habe sich in vielen Teilen der Welt allerdings ein Ungleichgewicht – nämlich eine männliche Dominanz – und eine Geringschätzung des Weiblichen herauskristallisiert, die in weiten Bereichen überwiegten.
Das Weibliche verehren
“Wenn ein Mann aufhört nur das Männliche zu leben und die Frau achtet, kann die Frau ihm eine gleichwertige Partnerin sein”, so Braun. “Ein Mann, der sich auf den Rhythmus seiner Partnerin einstellt, schafft Boden für eine optimale Beziehung”, erklärt der Trainer. “Allerdings ist es auch wichtig, dass eine Frau sich selbst kennenlernt, Erfahrung mit ihrem Körper hat und weiß, was ihr gut tut. Ein achtsamer Mann nimmt sich soweit zurück, dass er alles das tut, was der Frau gut tut.”
“Sexualität läuft heute sehr oft im Fastfood-Tempo ab”, so Braun. Erfolgszwang und Unentspanntheit führen dazu, dass Männer Erektionsprobleme haben und zu schnell zum Höhepunkt kommen. Im tantrischen Liebesritual beginne hingegen immer die Frau. Ein weiterer Unterschied ist zudem eine andere Art der körperlichen Vereinigung, die ein solches Gleichgewicht herstellen kann.
Weg vom “Rein-Raus-Sex”
Ein tantrisches Liebesritual ist eine körperliche Vereinigung ohne Rein-Raus-Bewegung. Die Frau führt die Beckenbewegung aus, der Mann folgt ihr. So kommt es zur Erfahrung, im gleichen Rhythmus zu schwingen. Diese Art der sexuellen Vereinigung ist für beide Partner höchst zufrieden stellend und führt die Frau zu höchster Lust, erklärt Braun. Trotz des Ausbleibens einer Ejakulation des Mannes, sei das kein unbefriedigendes sexuelles Erleben.
“Vielfach glauben Männer, dass im Tantra eine Ejakulation als negativ beschrieben wird”, meint Braun. Doch das stimme nicht. Nach dem tantrischen Vereinigungsritual, das übrigens beiden Partnern Kraft gibt, ist ein “herkömmlicher Sexverkehr” auch möglich. Doch sollte eine Stunde Zeit dazwischen vergehen.
Zeit und Zärtlichkeit füreinander
Sexuelle Probleme sind sehr häufig darauf zurückzuführen, dass Menschen keine Zeit haben und stressbeladen an die Sache herangehen. “Eine Lösung dieser Probleme ist das Umarmen und Berühren als Vorstufe einer Vereinigung.” Diese lasse sexuelle Energien bei beiden erwachen. “Beide Partner bleiben so lange in einer Berührungsform bis die Sehnsucht nach dem nächsten Schritt so stark ist, dass man weitergehen will.” Auch hier führt die Frau und gibt das Tempo an.
“Tantrische Liebesrituale streben keinen sexuellen Höhepunkt für den Mann an, führen allerdings zu Höhepunktsphasen, die lange andauern und die zu totaler Entspannung und Hingabe führen”, erklärt Braun. “Bei der Frau kommt es hingegen zu starken Orgasmen und ebenfalls zur vollkommenen inneren Ruhe.”
Tantrische Liebesrituale können in Partnerkursen erlernt werden. Wesentliche Grundvoraussetzungen sind dabei Atem-, Bewegungs- und Haltungsübungen.
http://www.tantra-institut.at // http://www.kama-institut.at
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Tröstlich, dass die Männer nach dem tantrischen Akt wenigstens nicht abgemurkst werden. Es mutet trotzdem wie ein Wunder an, dass bei diesen fleißigen Orgasmusbienenweibchen die Spezies homo sapiens noch existiert.