Analgetika: US-Forscher entdecken neue Capsaicin-ähnliche Moleküle

29. April 2010
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Jene Substanz, die dem Chili seine Schärfe gibt, könnte schon bald als Schmerzmittel in der Medizin Verwendung finden. Das so genannte Capsaicin soll Schmerz bereits an seiner Wurzel packen. Im menschlichen Körper haben die Forscher der University of Texas in San Antonio Substanzen entdeckt, die dem Capsaicin sehr ähnlich sind. Blockiert man die Produktion dieser, dann verschwinden selbst chronische Schmerzen…

Chili-Schärfe gegen Schmerzen

uthscsa.edupte – Capsaicin sorgt dafür, dass einem nach dem Genuß von Chili der Mund brennt. Ausgelöst wird dieses Brennen durch die Bindung an Rezeptoren, die in Zellen im Körper verteilt sind. Ähnliches geschieht, wenn der Körper verletzt wird. Dabei werden Capsaicin-ähnliche Stoffe – Fettsäuren namens Oxidierte Linolensäure Metaboliten (OLEM) – produziert, die über Rezeptoren den Schmerz verursachen.

Blockierte Pfade für Schmerzfreiheit

Forschungsleiter Kenneth Hargreaves und sein Team haben nun versucht, diesen Schmerzweg zu blockieren. In Mäuseversuchen im Labor konnten die Forscher feststellen, dass beim Ausschalten eines Gens für den Vanilloid-Rezeptor (TRPV1) die Sensitivität für das Capsaicin wegfiel.

In vorhergehenden Untersuchungen haben Forscher am Barrow Neurological Institute http://www.thebarrow.org festgestellt, dass die Vanilloid-Rezeptor-Unterfamilie der Ionenkanäle, die in der Zellmembran verortet ist, für das Schärfeempfinden von Chili verantwortlich ist.

Gezieltes Abschalten der Schmerzen

“Mit diesem Wissen können wir die Mechanismen des Schmerzes besser verstehen”, meint der Forscher. Zudem gebe es auch einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Schmerzmedikamente. “Wir haben eine völlig neue Familie von endogenen Capsaicin-ähnlichen Molekülen entdeckt, die auf natürlicher Weise bei Verletzungen freigesetzt werden”, so der Forscher.

“Wesentlich ist zudem auch, dass wir wissen, wie wir diese Mechanismen mit Substanzen, die nicht abhängig machen, blockieren können”, erklärt Hargreaves. Nun bleibe die Hoffnung, dass man mit diesen Substanzen verschiedene Arten von chronischen Schmerzen behandeln kann – vor allem jene, die bei Krebs oder bei Entzündungskrankheiten wie Arthritis auftreten.

Journal of Clinical Investigation

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