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Neuer Beleg: Weniger Leberfibrose durch Kaffeetrinken

In jüngster Vergangenheit verdichten sich die Hinweise darauf, dass Kaffeekonsum einen positiven Einfluss bei Lebererkrankungen hat und vermutlich präventiv wirken kann. Jetzt hat dies eine neue Studie aus den USA bekräftigt, in der 177 Leberbiopsie-Patienten gezielt nach ihrem Kaffee- und sonstigem Getränkekonsum befragt wurden. Ergebnis: Mehr als zwei Tassen Kaffee (mit über 308 mg Koffein) täglich hatten bei Patienten mit chronischer Hepatitis C das Fortschreiten der Leberzirrhose verlangsamt…

Andere Koffeinquellen wie Tee, Schokolade oder angereicherte Softdrinks zeigten diesen Schutzeffekt nicht. Koffein scheint für die Leber besonders bekömmlich zu sein, was bereits ältere Studien nahelegten. Die Effekte reichten von einer niedrigeren Prävalenz von chronischen Lebererkrankungen, einem reduzierten Risiko von hepatozellulären Karzinomen bis zu einem niedrigerem Sterberisiko an einer Leberzirrhose, was jeweils mit einem erhöhten Konsum von Koffein assoziiert war.

Der Leberspezialist Apurva Modi vom National Institutes of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases in Bethesda wollte sich ein eigenes Bild machen und verteilte deshalb detaillierte Fragebögen an 177 Patienten, die sich einer Leberbiopsie unterzogen. Sie sollten angeben, ob und wie häufig sie Kaffee oder Tee, Kakao oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen.

Der Vergleich der Antworten in den Fragebögen mit den Befunden der Leberbiopsien bestätigte frühere Untersuchungen: Je höher die Koffein-Zufuhr, desto günstiger war der histologische Befund. Patienten mit einem (relativ günstigen) Ishak Fibrose-Score von weniger als 3 hatten im Durchschnitt 212 mg/die Koffein zu sich genommen. Bei Patienten mit weiter fortgeschrittener Fibrose waren es dagegen nur 154 mg/die. Eine Zufuhr oberhalb der 75. Perzentile (308 mg, etwa 2,25 Becher Kaffee) war mit einem um 66 Prozent niedrigeren Risiko für eine Leberfibrose assoziiert (Odds Ratio 0,33).

Nach der Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnie, Lebererkrankungen, Body-Mass-Index und Alkoholkonsum war die Assoziation sogar noch günstiger (Odds Ratio 0,25), und bei den Patienten mit einer Hepatitis C trat eine Fibrose unter den Koffeinkonsumenten zu 81 Prozent seltener auf (Odds Ratio 0,19).

Studie: Increased caffeine consumption is associated with reduced hepatic fibrosis, Apurva A. Modi, Jordan J. Feld, Yoon Park, David E. Kleiner, James E. Everhart, T. Jake Liang, Jay H. Hoofnagle, Abstract: http://www3.interscience.wiley.com/journal/122593077/abstract

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 08.01.2010
http://www.kaffee-wirkungen.de

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