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Psychotherapiewissenschaft: Weltethos und Unterbewusstsein

Die interdisziplinären Ringvorlesung „Weltethos und das Unbewusste“ wird an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien Paris im Sommersemester 2010 veranstaltet gemeinsam mit der Initiative Weltethos Österreich…

Mit der Akkreditierung der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien im Jahr 2004 durch den Österreichischen Akkreditierungsrat wurde nicht nur ein neuer Schritt in Richtung Verankerung des Berufes Psychotherapeut als eigenständige Profession gesetzt, sondern auch die Psychotherapiewissenschaft als wissenschaftliche Disziplin etabliert mit ihren spezifischen Anliegen in Forschung und Lehre.

Ethische Fragen spielen sowohl in der Geschichte und der Theoriebildung der Psychotherapiewissenschaft eine Rolle als auch in den rechtlichen Rahmenbedingungen der Berufsausübung. Das Menschenbild, die Vorstellungen über Persönlichkeit und psychische Entwicklung, die Beschreibungen von Gesundheit und Krankheit gehen von ethischen Grundsätzen aus, die meist nicht explizit diskutiert werden. In diesem Sinn füllt diese Vorlesung eine Lücke. Sie soll den Studierenden ein erweitertes Spektrum von ethischen Fragestellungen und Konzepten vermitteln, aus der Sicht der Weltreligionen und aus der Sicht von Fachleuten unterschiedlicher Felder.

Die Studiengänge Bakkalaureat, Magisterium und Doktorat der Psychotherapiewissenschaft sind in einer Vernetzung von Theorie und Praxis gestaltet. Die Praxis wird zum überwiegenden Teil an der Ambulanz der Universität absolviert. Diese bietet mittlerweile circa 700 Personen pro Woche Psychotherapien in mehreren Sprachen und zu Tarifen, die niedrig gehalten sind. Daher ist es möglich Patienten zu erreichen, die bisher aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen kein entsprechendes Angebot vorfinden konnten. Umfangreicheres und breiteres Wissen bezüglich Ethik ist erforderlich, um die Rahmenbedingungen der Psychotherapie adäquat gestalten zu können für jeden einzelnen Patienten mit seinem spezifischen kulturellen Hintergrund. Auch dafür soll die Ringvorlesung Erkenntnisse an die Universität bringen, die außerhalb ihres unmittelbaren Tätigkeitsbereiches liegen. Sie soll im Rahmen der einzelnen Vorträge Diskussion über das Berufsbild und die wissenschaftlichen Anliegen der Disziplin in Gang bringen und zu weiterer Auseinandersetzung mit diesen Fragen anregen.

In dieser Ringvorlesung wird der Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit dem Konzept des „Unbewussten“ gelegt. Die Arbeit Sigmund Freuds hat nicht nur dazu geführt, dass das Wort unbewusst heutzutage in aller Munde ist, oft ohne Wissen über den Ursprung. Freud hat vielmehr aus Terminus „unbewusst“ ein wissenschaftliches Konzept des Seelenlebens gemacht, das weit über die Beschreibung des Individuellen hinausgeht, und auch auf gesellschaftliche Situationen, Gruppen- und Massenphänomene, politische Verhältnisse anwendbar ist. Neben Repräsentanten der Psychoanalyse werden von Seiten der Privatuniversität auch Vertreter der Individualpsychologie, der Existenzanalyse und der Gruppenpsychoanalyse zu Wort kommen.

Planung und Durchführung:

Die Ringvorlesung wird von der Sigmund Freud PrivatUniversität gemeinsam mit der Initiative Weltethos geplant und durchgeführt. Alle Studierenden werden zur Teilnahme eingeladen, eine Prüfung wird durchgeführt und mit 2 ECTS-Punkten bewertet.

Termine:

Folgende Vorträge stehen fest (Vortragende ohne akadem. Titel):

09. März 2010
Elisabeth Vykoukal, Die Ethik des Unbewussten

16. März 2010
Richard Picker, Das christliche Bewusstsein im Kontext des psychotherapeutischen Bewusstseins

23. März 2010
Michael Weiss, Weltethos in der Persönlichkeits- und Bewusstseinsschulung – Globale ethische Standards bei der Trilogos-PsyQ®Methode

13. April 2010
Franz Ritter, Das Unwissen und das Unbewusste
Buddhismus und Psychotherapie – eine Annäherung

20. April 2010
Anton Pelinka, Bewusstes und Unbewusstes in der Politik – am Beispiel des Wahlverhaltens

27. April 2010
Edith Riether, Der Nachweis eines Weltethos in religiösen und säkularen Traditionen

04. Mai 2010
Eva Pritz, Ethik in der psychotherapeutischen Ambulanz der SFU

11. Mai 2010
Mohammed Atassi, Psychiatrische und Psychotherapeutische Aspekte in den arabisch-islamischen Schriften

18. Mai 2010
Rotraud Perner, Unbewusst – Höchste Lust?
Versuch über Sexualität

01. Juni 2010
Anita Dietrich-Neunkirchner, Weltethos und Gender

08. Juni 2010
Susanne Pointner, Wer sagt, was richtig ist?
Über-Ich und existentielles Gewissensverständnis

15. Juni 2010
Gerhard Medicus, Der Apfel vom Baum der Erkennntnis und die Vertreibung aus dem Paradies – über die Evolution von Moral

22. Juni 2010
Thomas Stephenson, Reflektierte Projektivität: Vom Unbewussten zum kommunikativ Verstandenen des Eigenen im Anderen

Gäste sind herzlich willkommen!

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