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Cybermobber: Täter meist selbst in psychischen Nöten

Jugendliche, die andere regelmäßig über Internet oder Handy schikanieren, gleichen in einem Punkt ihren Opfern: Sie sind häufiger von psychiatrischen und psychischen Problemen betroffen. Zu diesem Schluss kommen finnische Forscher der Universität Turku…

Opfer finden durch ständige Erreichbarkeit keinen sicheren Ort mehr

pteutu.fi – Erschienen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Archives of General Psychiatry„. „Kinder- und Jugendärzte sollten wissen, dass Cyberbullying Jugendliche traumatisieren kann“, so die Wissenschaftler.

Problem nicht nur am Schulhof

Belästigt jemand andere über Handy, Computer oder andere elektronische Kanäle absichtlich, wiederholt und aggressiv, bezeichnet man das als „Cyberbullying“. Da Mediennutzung immer früher beginnt, gibt es das Problem schon bei Volksschülern. Anders als beim herkömmlichen Mobbing beschränkt sich die Cyber-Variante nicht auf den Schulhof. „Das Unsicherheitsgefühl dauert 24 Stunden an sieben Wochentagen, zudem kann der Täter anonym bleiben und mehr Menschen belästigen“, erklärt Studienleiter Andre Sourander.

Befragt und untersucht wurden nun 2.400 Jugendliche an finnischen Schulen im Alter von 13 bis 16 Jahren. 4,8 Prozent davon gaben an, im halben Jahr vor der Befragung zu Opfer von Cyberbullying geworden zu sein. 7,4 Prozent berichteten selbst, dass sie Täter waren, darüber hinaus waren 5,4 Prozent sowohl Täter als auch Opfer. US-Studien zum Internetgebrauch von zehn- bis 17-Jährigen hatten zuvor ergeben, dass sich zwölf Prozent gegenüber anderen im Web aggressiv verhalten, vier Prozent zur Zielschreibe werden und bei drei Prozent beides zutrifft.

Auch Täter fühlen sich unsicher

Interessant ist, dass bestimmte Merkmale sowohl bei Opfern als auch Tätern auftraten. Beide fühlen sich in der Schule oft unsicher, beide haben Probleme mit den Emotionen, mit der Konzentration und dem allgemeinen Verhalten. Auch Kopfweh und Bauchschmerz war bei Opfern und Tätern gleichermaßen oft zu finden. Opfer leben häufiger als der Schnitt in zerrütteten Familien und berichten von Schlafproblemen. Täter sind hingegen oft hyperaktiv und verhaltensauffällig, zudem rauchen und betrinken sie sich häufiger. Die größten Leiden waren bei denen zu finden, die sowohl Opfer als auch Täter waren.

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