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Unterversorgung in der Schmerztherapie in Deutschland

Berlin – Starke Schmerzen verringern die Lebensqualität dramatisch. Daher sind Menschen, die unter starken Schmerzen leiden (Beispiele: postoperative Schmerzen, Tumorschmerzen) auf eine Schmerztherapie angewiesen, die rasch, zuverlässig und anhaltend wirkt. Der Klassiker unter den Mitteln gegen starke und stärkste Schmerzen ist Morphin…

2010 wurde Morphin zum ersten Wirkstoff des Monats:  – Schmerzbremse

Die aus dem Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel gewonnene Substanz (Opium) wurde bereits in der Antike zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Das Opiat Morphin unterdrückt den Schmerzreiz, indem es die Opioidrezeptoren im Gehirn und Rückenmark aktiviert. Diese Rezeptoren sind Bestandteil des schmerzhemmenden Systems des Organismus. Im aktiven Zustand verhindern sie die Weiterleitung von Schmerzsignalen ins Gehirn und senken das Schmerzempfinden.

Morphin verursacht verschiedene Nebenwirkungen. So treten zu Beginn der Therapie häufig Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel und Benommenheit auf. Darüber hinaus verringert Morphin die Atmungsaktivität und unterdrückt den Hustenreiz. Zudem lähmt es den Darm, was bei Langzeitanwendung zur Verstopfung (Obstipation) führen kann. Da Morphin auch die Stimmungslage hebt, kann es ferner zur Abhängigkeit der Patienten kommen.

Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. zu verringern, sollten Patienten nach dem Schema des „WHO-Stufenplans“, das sowohl Dosissteigerungen als auch Dosisreduktionen vorsieht, individuell mit Morphin behandelt werden. Menschen mit schweren, chronischen Schmerzen sollten in erster Linie mit Retardpräparaten versorgt werden, die strikt nach Zeitplan einzunehmen sind. Morphintherapien sind mit Abführmitteln zu begleiten.

Bei Behandlung durch erfahrene Schmerztherapeuten treten bei den meisten Patienten mit Ausnahme der behandelbaren Obstipation keine Nebenwirkungen auf. Morphin ist deshalb geeignet, die Unterversorgung in der Schmerztherapie in Deutschland abzubauen und zu beseitigen. Wegen seines Suchtpotentials unterliegt Morphin dem Betäubungsmittelrecht.

Das Morphin wurde 1915 in Deutschland eingeführt. Im aktuellen 12-Monatswert liegt das gesamte Umsatzvolumen nach Angaben des unabhängigen Marktforschungsinstituts INSIGHT Health bei 54,6 Mio. Euro. Das erste Generikum wurde 1984 auf den Markt gebracht. Derzeit halten die preisgünstigen Morphin-Generika einen Marktanteil von rund 91% nach Umsatz.

http://www.presseportal.de/go2/wirkstoff-januar2010

2 comments to Unterversorgung in der Schmerztherapie in Deutschland

  • Dave

    Unterversorgung:

    Unglaublich in einem reichen Land. Habe selbst Fälle in der Onkologie / Intensiv erlebt, wo Menschen nach eigener Aussage erheblich leiden (Pankreas Karzinom Endstadium, Aktinomykose usw.) mussten. Meine Familie und ich haben uns vorgenommen aus eben diesen Gründen und etlichen weiteren nicht in dem Deutschland, das ich kenne den Lebensabend zu verbringen und zu sterben – weiss Gott wirklich nicht!

    Nähere Infos dazu hat Claus Fussek:
    http://www.youtube.com/watch?v=ImwY6WI26_Y

  • Heinrich Dubener

    Also ich weiß nicht, obman Schmerzen immer mit solchen Mitteln bekämpfen muss. Letztendlich ist das immer Gift für den Körper. Andererseits helfen sie schnell und oftmals will ein Patient auch einfach schnell keine Schmerzen mehr haben, weil er sie nicht mehr erträgt.
    Aber ich habe z.B. auch eine andere Therapie ausprobiert. Diese beruht niht auf Medikamenten. Unter http://www.andullation.de gibt es mehr Informationen zu diesem Thema. Ih bin davon begeistert, weil es meine Schmerzen bei Arthritis fast komplett verschwinden lässt. Das ist eine ganz andere Lebensqualität ohne Schmerzen.