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Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde

Michael Greenberg ist Schriftsteller und führt ein mehr oder weniger geordnetes Leben in New York. Doch dann wird seine Tochter krank – und die Welt um ihn gerät ins Wanken. Der eindrucksvoll erzählte Bericht eines Vaters, der um sein Kind kämpft.

Ein heißer Tag in Manhattan. Michael Greenberg sieht ein Polizeiauto vor seinem Wohnhaus parken. Dass oben zwei Polizisten damit beschäftigt sind, seine von Visionen geschüttelte Tochter zur Ruhe zu bringen, erfährt er erst später. Es ist der Beginn eines langen Weges, den er zu gehen hat, um sein Kind in die Wirklichkeit zurückzuholen.

»Ich habe das Gefühl zu reisen, aber ohne Möglichkeit zur Umkehr«, sagt Sally. Ihr Vater folgt ihr auf dieser »Reise«, die sie unter anderem durch die Psychiatrie führt, hin zu einem halbwegs »normalen« Leben.
Ein anrührendes Buch, das einen ganz eigenen Sog ausübt.

Aus dem Vorwort des Autors: … Es schmerzte mich, mitansehen zu müssen, wie dieser erbarmungswürdige Ausdruck in ihr Gesicht trat, als hätte sie die Freude an allem verloren. Und doch meisterte ihre Zunge, befreit von der Bürde schriftlich fixierter Sprachzeichen, dieselben Wörter, die ihre Augen auf einer Buchseite nicht zu entziffern vermochten, mit einer Gewandtheit, die ihr Wortspiele, Gedichtvorträge, Argumente, ja ganze Reden ermöglichte, wenn sie denn beliebte, sie mitzuteilen — all das zeugte von verblüffend scharfer Intelligenz.

Als ich sie einmal von der Schule abholte, war das Schultor von Reportern und Kamerateams umlagert. Ein Mädchen aus Sallys Klasse war von ihrem Vater ermordet worden. Schlagartig wurde mir die Gefährdung meiner sechsjährigen Tochter bewusst, zumal der Mörder, Joel Steinberg, und ich eine gewisse physische Ähnlichkeit aufwiesen. Beide waren wir Aschkenasi-Juden — gleicher Teint, gleiche Körpergröße, gleiche Brille. Aufgrund meiner Herkunft fühlte ich mich an dem Verbrechen beteiligt, schuldig, weil aus demselben Umfeld stammend wie der Täter. Was früher einmal unvorstellbar gewesen war, mochte auf geradezu teuflische Weise Nachahmungstäter heraufbeschwören, und so hatte ich das Gefühl, Sally und ich seien einer neuen Gefahrenquelle ausgesetzt: In Amerika meuchelten die Urenkel des jüdischen Milchmanns Tevje ihre Töchter.

Ich drängte mich durch das Gewühl von Journalisten und fand sie inmitten der Menschenmenge. Sie hielt eine Klassenkameradin an der Hand. Ein Reporter hatte sein Mikrofon auf die beiden Mädchen gerichtet und wollte ihre Reaktion herauskitzeln. Sally blinzelte zu ihm auf. Sie hatte ihren Mantel verkehrt herum angezogen, ihre Schnürsenkel waren lose. Ihre Haarspange baumelte nutzlos herab wie ein Insekt, das sich in ihrem Schopf verfangen hatte. Ich sammelte die Mädchen ein und bahnte mir einen Weg durch die Menge.

Etwa um diese Zeit geschah es, dass Sallys Mutter und ich uns trennten. Wir hatten uns in der Highschool kennengelernt, und unsere Scheidung war wie die allzu lange hinausgezögerte Trennung von Zwillingen: notwendig und herzzerreißend. Nach den Turbulenzen jener Monate kamen Sally und ich uns näher. Ich wurde ihr Fürsprecher, der sie umständlich in Schutz nahm: vor ihren Lehrerinnen, vor anderen Eltern und vor unseren eigenen Familienangehörigen, die bestürzt waren über den Abgrund, der sich zwischen Sallys Weltsicht und der der meisten anderen Menschen auftat. Bezeichnet dieser Abgrund nicht genau den Ort, wo die Einbildungskraft gedeiht?, argumentierte ich. Ist er nicht Ausdruck dessen, dass sie Zutritt zu jener erhabenen Sphäre des Geistes hat, die uns anderen verwehrt bleibt?
»Du bist genauso klug wie alle anderen auch«, versicherte ich ihr. »Deine Intelligenz ist angeboren, sie steckt in dir drin. Sieh zu, dass du diese Jahre hinter dich bringst, und das Leben wird anders werden, du wirst schon sehen.«

Und das Leben wurde anders. Wir suchten ein Lernlabor auf, erschwingliche Spezialisten in einem Gemeindezentrum in Chelsea. Als sie in eine Sonderklasse aulgenommen wurde, lernte sie mit der Zähigkeit eines Gelehrten, der sich bemüht, eine tote Sprache zu verstehen, einfache Wörter und Zahlen. Sie schien um eine innere Leistungsfähigkeit zu ringen, die zum Erliegen käme, wenn es ihr nicht gelang, diesen Code zu knacken. Sie erreichte ihr Ziel, machte sich das Selbstvertrauen zunutze, das sie dabei gewonnen hatte, und durfte wieder in den normalen Unterricht zurückkehren — ein Erfolg des Schulsystems. Zwar musste sie sich abermals abplagen, aber mein Versprechen, dass ihre verborgenen Talente früher oder später ans Licht kommen würden, war glaubhaft geworden.

Michael Greenberg ist Kolumnist für Times Literary Supplement (London), wo seit 2003 seine Beiträge erscheinen. Seine Prosastücke, Kritiken und Reiseartikel sind bei einem großen Publikum beliebt. Er lebt in New York.
Abgesehen von Klinikärzten und Spezialisten haben nur sehr wenige nicht aus Sicht der Betroffenen über Psychosen geschrieben. Es gab dort eine auffällige Lücke in der Literatur, die einfach geschlossen werden musste.
Michael Greenberg auf Powells.com

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Seine Genauigkeit, seine Tiefe, sein Reichtum und seine schiere Klugheit machen „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ schon jetzt zu einem Klassiker seiner Art, der sich in eine Reihe stellen kann mit den Lebensberichten von Kay Redfield Jamison und John Custance. Aber was dem Buch seinen einzigartigen Charakter verleiht ist, dass so vieles mit den Augen eines außergewöhnlich offenen und sensiblen Elternteils betrachtet wird – mit den Augen eines Vater, der ohne in Sentimentalitäten abzuschweifen, beeindruckend tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle seiner Tochter an den Tag legt und die seltene
Gabe hat, passende Bilder und Metaphern für geradezu unvorstellbare Geisteszustände zu finden. …
Klar, realistisch, mitfühlend, erhellend; „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ bietet sich als eine Art Fremdenführer für diejenigen an, die sich in die dunklen Regionen der Seele begeben – aber auch als ein Leitfaden für ihre Familien und Freunde, für alle, die verstehen wollen, was ihre geliebten Mitmenschen durchmachen. Vielleicht wird das Buch uns auch an den schmalen Grat der Normalität erinnern, auf dem wir wandeln und zu dessen Seiten die Abgründe der Manie und der Depression lauern.“
Oliver Sacks, The New York Review of Books

Michael Greenbergs gewissenhaftes, stilistisch glänzendes und auch literarisch überzeugendes Protokoll einer Therapie ist ein absoluter Glücksfall für ein tieferes Verständnis psychisch erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen.
Jüdische Zeitung

Natürlich gäbe es viele, auch gute Bücher von Menschen, die berichteten, wie sie eines Tages psychisch erkrankten und wie sie da wieder rauskamen. Aber keines, das erzählt, welcher Sturm sich erhebt und mit welcher Kraft er alles wegfegt, wenn ein Familienmitglied – und noch dazu ein Kind – von einer Psychose ergriffen wird.
Jüdische Allgemeine

Ein motivierendes Buch, das die verstörende Alltäglichkeit psychischer Krankheiten thematisiert und enttabuisiert.
Bibliotheksservice (CH)

Die wahre Geschichte berührt zutiefst und bietet Einblick in eine so gar nicht perfekte Familie, die trotz allem ihr Schicksal meistert.
Gesundheit

Ein anrührendes Buch, das einen ganz eigenen Sog ausübt.
Wochen-Kurier

Bestechend ist die Beschreibung von Ohnmacht, von Gefühlen und Emotionen, von Liebe, Furcht, Wahnsinn, wütender Euphorie, Hoffnung und der Verlegenheit, im Umgang zwischen Vater und Tochter.
Medizin Korrespondenz

In [„Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“] geht es um Hartnäckigkeit und Zärtlichkeit, um das Gefühl, hilflos zu sein, aber trotzdem zu bleiben, darum, durchzudrehen und dann doch das nötige Bisschen zu finden, um die einzelnen Scherben des zersprungenen Geistes wieder zusammenzukleben. Doch am allermeisten geht es um Liebe.
Oprah Winfrey in O, The Oprah Winfrey Magazine

Dieser Bericht über eine Familienkrise erfasst den Kummer, der ihr Leben verändert. … Die Leser bekommen einen Eindruck von der Hartnäckigkeit der Psychosen und von dem Mut, den Patienten wie Sally aufbringen müssen, Menschen, die ständig kämpfen müssen, um einfach nur zu leben.
People Magazine

Der Wahnsinn selbst versteckt sich als lockende Sirene im Herzen dieses Buches. Als Mensch wünscht man Sally zwar die Genesung, aber als Leser kann man nicht genug von ihr als Verrückte bekommen.
… wunderschöne, bildhafte Sprache …
Die verblüffend assoziative Metaphorik, die seinem Schreiben die Kraft verleiht, scheint wie eine gezähmte Version des Wahnsinns, der beinahe das Leben seiner Tochter dahingerafft hätte.
Time Magazine

… ein beeindruckender Lebensbericht …
The New Yorker

Wodurch „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ aus der Flut von mittelmäßigen Lebensberichten voll oberflächlicher Gefühle, allzu schnell gelöster Konflikte und Versöhnungen hervorsticht, ist Greenbergs offener Pessimismus, sein schwarzer Humor und die grundlegende Unfähigkeit, einen Sinn im Leiden seiner Tochter zu sehen, geschweige denn eine höhere Moral daraus abzuleiten.
The New York Times – Sunday Book Review

„Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ ist eine zutiefst bewegende Geschichte.
The Daily Star

Greenbergs elegischer, wunderschön geschriebener Lebensbericht erzählt die Geschichte des Sommers, in dem seine Tochter Sally im Teenageralter ihren Verstand verlor. … Zuweilen äußerst schmerzhaft, dann wieder fast schmerzhaft lustig, seine Geschichte pendelt zwischen Sallys fortschreitenden, verwirrenden und ängstigenden Niedergang auf der einen Seite und Greenbergs eigenen, mitunter absurd komischen Erlebnissen, während er sich gleichzeitig um seinen psychisch kranken Bruder kümmert, der mit eigenen Dämonen kämpft, und um eine New-Age-Exfrau, die nach jedem Besuch kosmische Erklärungen für den Zustand ihrer Tochter zum Besten gibt, bevor sie sich wieder in ihr ruhiges Heim auf dem Land zurückzieht … Die Auswirkungen sind die eines wütenden Sturms, der durch Greenbergs Leben zieht und jede Beziehung auf den Kopf stellt, während er jedweden Anschein von innerem Frieden sowohl beim Vater als auch bei der Tochter wegfegt und ihre Fähigkeit, miteinander zu reden zerstört. Sicher ist, dass dieses Buch ein neuer Klassiker wird in der Literatur über Geisteskrankheiten.
Library Journal

Greenbergs sanfte Art zu erzählen macht ein schwieriges Thema genießbar. … Dieses ruhige und absolut nicht anmaßende Buch überzeugt durch eine ausgezeichnete Schreibweise und beeindruckende Einsichten.
Rocky Mountain News

Eine intensive Schilderung der manischen Depression eines jungen Mädchens, erzählt von ihrem Vater in kristallklarer Prosa mit schneidender Eindringlichkeit. Leidenschaftlich und unvergesslich.
Shelf Awareness

[„Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“] ist ein exzellenter Lebensbericht – geschrieben von dem Vater einer fünfzehnjährigen Tochter über ihren Niedergang in die Psychose, Diagnose: manisch-depressive Störung, und über die Auswirkungen auf seine große und bunt gemischte Familie … Greenbergs Beschreibung des Lebens auf einer psychiatrischen Station ist außergewöhnlich: geprägt von kritischen Einsichten und gelegentlich schwarzem Humor.
NAMI Advocate

„Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ ist eine kluge, äußerst persönliche Schilderung der bunten Palette von Reaktionen eines Vaters auf die Geisteskrankheit seiner Tochter.
Jewish Book World

Greenberg, ein geborener New Yorker und Kolumnist für die Literaturbeilage der Times, schreibt mit unerschrockener Ehrlichkeit und Herz. Er beschreibt auf brillante Weise das alltägliche Leben auf einer psychiatrischen Station in Manhattan. … Das Resultat ist ein erstaunliches Stück Schreibkunst, das sowohl ernüchternd als auch surreal ist.
Booklist

„Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ ist sowohl optimistisch als auch schrecklich traurig. … Michael Greenbergs Buch ist äußerst aufschlussreich und in einem klaren und bedächtigen Ton geschrieben. Es ist ein in hohem Maße persönlicher Lebensbericht und eine liebevolle Hommage an seine Tochter und Familie.
bookreporter.com

Der von Michael Greenberg verfasste Lebensbericht über die psychische Erkrankung seiner Tochter ist eine unverfroren aufrichtige Arbeit von literarischem Wert …
BreeniBooks.com

Verblüffend, herzzerreißend und dennoch unerschütterlich unsentimental. „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ ist die unvergessliche Geschichte eines jungen Mädchens auf dem Weg in den Wahnsinn.
Spotlight Title – Best Books of September,
auf Amazon.com Review

… ein derart schönes Buch, eine derart schöne Geschichte über Liebe, Wahnsinn, innere Stärke und Familie, dass es jedem Etikettierungsversuch entwischt.… ein Lebensbericht in Bestform: ein Lebensbericht, deren Sprache so klar, rein und frisch ist, dass sie wie Poesie klingt; ein Lebensbericht, der uns nachempfinden lässt, wie der Wahnsinn sich anfühlt, wenn er kommt und wenn er geht und welche Trümmer er hinterlässt. Greenberg hat ein gewaltiges Buch geschrieben: Elegant, bewegend, packend und tiefgründig.
Blogcritics

Knackige und fesselnde Prosa. Sie werden fasziniert sein von dieser bewegenden und ehrlichen Schilderung davon, wie Menschen mit plötzlichen Krisen und Krankheiten in ihrem Leben umgehen.
Linus’s Blanket

Die Psychose seiner fünfzehnjährigen Tochter ist das Sandkorn, um das Michael Greenberg die Perle formt, die „Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde“ darstellt. Es ist eine brillante, dichte, absolut authentische Studie über ein leidendes Kind und eine Familie und Ehe vor der Zerreißprobe. Ich kenne kein anderes Buch über Wahnsinn, dessen Anspruch auf wissenschaftliche Erkenntnis so bescheiden und dessen kunstvolle Ausführung so großartig ist.“
Janet Malcolm,
Autorin von The Silent Woman: Sylvia Plath und Ted Hughes
und The Journalist and the Murderer

Eines der ergreifendsten und verstörend ehrlichsten Bücher, das ich je gelesen habe. Der Mut, den Michael Greenberg an den Tag legt, indem er die Geschichte seiner heranwachsenden Tochter auf dem Weg in die Psychose erzählt, ist ebenso groß wie das durchdringende Verständnis dafür, wie allein jeder Einzelne von uns ist, ob gesund oder verrückt, bei der Realitätsbewältigung und bei den Versuchen, andere dazu zu bringen, wertzuschätzen, was für uns wichtig ist. Ein bemerkenswerter Lebensbericht.
Philip Lopate,
Autor von Two Marriages und Waterfront: A Journey Around Manhattan

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