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Cannabinoidmedizin: Vielfältig und oft überraschend

Die Cannabinoidmedizin entwickelt sich trotz der Verbotspolitik rasend schnell. Im vergangenen Jahr wurden auf der Wiener „Cultiva“ unterschiedliche Themen angesprochen. Als Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft CAM (Cannabis als Medizin) sprach Dr. Kurt Blaas über neue Erfahrungen mit Cannabinoiden in der Medizin, er arbeitet intensiv an neuen Behandlungsmodellen von verschiedenen neurologischen, aber auch internistischen Problempatienten mit der Substanz Dronabinol…

Über die Behandlungsmöglichkeiten von Multiple Sklerose mit Dronabinol referierte Dr. Gabriele Hammel, die selbst an der Krankheit leidet und die Symptome erfolgreich mit THC lindert. Bei Autismus gibt es ebenso neueste Erkenntnisse über die Einsatzmöglichkeiten von Dronabinol, Dr. Rene Kurz schilderte hierzu aktuelle Fälle und Forschungsergebnisse.
Bei Peter Rauschs Referat „Cannabis im Aufbruch“ ging es unter anderem um die vielfältige Einsatzmôglichkeiten von Cannabionoiden sowie um einfache Umwandlung von CBN in THC. Seine Methode, THC wasserlöslich und so medizinisch noch besser einsetzbar zu machen, erregte viel Aufsehen, denn Rausch hat diese Methode bereits patentieren lassen und auf der Messe unter dem Markennamen HulaSolution (s.u.) für den Endkunden angeboten.

Wer über den großen Teich nach Kalifornien schaut, kann ahnen, welche Möglichkeilen die Cannabinoidmedizin bietet und wie problemlos die Herstellung und Abgabe des „Medical Pot“ von statten gehen kann. Gerade viele Patienten schielen ungläubig in die USA, dem Mutterland der Prohibition und können kaum glauben, was da geschieht. Die Basis hierzu wurde allerdings schon vor mehr als zehn Jahren durch kalifornische Patientenkollektive geschaffen. Eine solche Bewegung mutiger Patientinnen und Patienten gibt es hierzulande noch nicht, wäre ja mal eine Idee, z.B. „Medical Clubs“ zu gründen.

Außerdem gab es Vorträge von Dr. Gebhard Heinzle über den Cannabis User in der Zeit der Prohibition. Bernhard Amman. Gründer und Vorsitzender von legalisieren.at, berichtete über die Lage der Legalisierungsbewegung in Österreich und Constanze Nagy referierte über Cannabis und Recht. Joep Oomen von ENCOD stellte das belgische Modell der Cannabis Social Clubs vor.

Die Themen Hanf als Lebensmittel und Hanf als Nahrungsergänzungsmittel wurde von den beiden Experten Elisabeth Schweng und Oana Suciu erläutert. Doch wo in aller Welt waren die Vaporizer? Vaporisieren ist stark im Kommen und war auf den letzten Hanfmessen total angesagt. In Wien suchte man leider fast vergebens nach Ständen der renommierten Hersteller. Lediglich I-Olite (ehemals Inhale) und Vapbong hatten einen eigenen Auftritt, das Team vom Xtreme-Vaporizer war mit einem mobilen Vorführkoffer unterwegs. Ansonsten haben viele Besucher vergeblich nach Alternativen gesucht, besonders hochwertige Inhalatoren für die stationare Nutzung zu Hause waren mit Ausnahme des Xtreme-Vapos gar nicht vor Ort.

Raphael Mechoulam ist 80: Festkolloquium für Cannabis-Forscher
In Jerusalem findet derzeit eine große internationale Konferenz anlässlich des 80. Geburtstags des Chemikers Raphael Mechoulam statt. Prof. Mechoulam gilt als Vater der Erforschung von Cannabinoiden…

*) Cannabinoide sind die mehr als 100 spezifischen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze. Das pharmakologisch wichtigste Cannabinoid im Hanf ist das THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) bzw. Dronabinol. In Jerusalem von Mechoulam isoliert.

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