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Nordkorea will Schulden mit Heilpflanze tilgen: Tschechien steht großer Ginseng-Lieferung skeptisch gegenüber

Das bankrotte Nordkorea will einen Teil seiner Schulden bei Tschechien in Form von Ginseng abzahlen. Laut tschechischen Regierungsvertretern hat Pjöngjang angeboten, fünf Prozent seiner rund zehn Mio. Dollar Schulden in Form der nur in Ostasien vorkommenden Wurzelpflanze zu tilgen…

Pjöngjang – Prag – pte – Die ausstehenden Forderungen stammen noch aus der kommunistischen Ära, wo die Tschechoslowakei schwere Maschinen, LKW und Straßenbahnen nach Nordkorea exportiert hatte. Verschiedenen Berechnungen zufolge würden die Tschechen im Gegenwert für diese Summe 15 bis 20 Tonnen an Ginseng bekommen. Der Verbrauch in Tschechien beträgt derzeit aber nur geschätzte 1,4 Tonnen pro Jahr, weshalb man einen anderen Rohstoff bevorzugen würde. „Wir haben versucht, die Nordkoreaner davon zu überzeugen, beispielsweise eine Schiffsladung an Zink zu schicken, das dort abgebaut wird. Wir würden es dann weiterverkaufen“, sagte der tschechiche Vizelandwirtschaftsminister Thomas Zidek.

Kommunistischer Tauschhandel

Die ausstehenden internationalen Schulden der Nordkoreaner betragen derzeit etwa zwölf Mrd. Euro, zwei Drittel davon schuldet das Land ehemaligen kommunistischen Staaten. Unbarer Handelsverkehr und (Schulden-) Ausgleich ist zwischen sozialistisch geführten Regimen gängig. Wie Nordkorea letztendlich die Schulden tilgen will, ist laut tschechischem Finanzministerium noch nicht geklärt.

Die Ginseng-Wurzel erfreut sich im ostasiatischen Raum großer Beliebtheit, in Europa ist die Nachfrage eher schwach. Ginseng findet hauptsächliche Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel oder in Tees, die u.a. gedächtnis- und ausdauerfördernd wirken sollen. Darüber hinaus ist die Wurzel ein wichtiger Rohstoff für traditionelle chinesische Medizin.

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