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Traumaverarbeitung im Film: Psychoanalytische Erkundungen

Gute Filme ermöglichen einen genauen Blick auf Zeitströmungen, aktuelle Ängste, auf die Struktur von Beziehungen, auf Veränderungen der Lebensbedingungen und Lebensgewohnheiten. Seit einigen Jahren setzen sich Filmemacher immer häufiger mit Extremerfahrungen und immer wiederkehrenden seelischen Verletzungen auseinander. Zugleich befasst sich die Psychoanalyse intensiv mit der Erforschung psychischer Traumata…

Damit scheinen beide das Interesse des Publikums zu treffen, das ebenfalls an der Bewältigung von Extremerfahrungen interessiert ist. Das Medium Film gibt dem Zuschauer Gelegenheit, traumatisierendes Geschehen zu verarbeiten und daraus zu lernen. Anhand von Filmen wie »Brokeback Mountain«, »Catch Me If You Can«, »Das Leben ist schön«, »Paradise now«, »21 Gramm« u.a. erkunden Psychoanalytiker in ihren Beiträgen die Darstellung von Traumatisierungen in Filmen und die Funktion solcher Filme für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Sabine Wollnik, Dr. med., ist Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin sowie Psychoanalytikerin (DPV) und arbeitet in eigener Praxis in Köln. Veröffentlichung im Psychosozial-Verlag: »Zwischenwelten. Psychoanalytische Filminterpretationen« (2008).
Brigitte Ziob
, Dipl.-Psych., ist Psychoanalytikerin (DPV) und arbeitet in eigener Praxis in Düsseldorf. Diverse Publikationen.
Mit Beiträgen von Thomas Auchter, Isolde Böhme, Rupert Martin, Ingrid Prassel, Angelika Voigt-Kempe…

Zur Geschichte des Traumabegriffs in der Psychoanalyse und im Film

Zwischen dem Film und der Psychoanalyse gibt es eine große Gemeinsamkeit, die vor allem aus der Zeitgleichheit ihrer Anfänge Ende des 19. Jahrhunderts resultiert. Film und Psychoanalyse entstammen wie uneheliche Geschwister einem gemeinsamen, historischen, sozialen und kulturellen Hintergrund.

Sigmund Freud war der erste, der sich mit der Konzeption eines Traumabegriffs beschäftigte. In seiner Verführungstheorie ging er zunächst davon aus, dass sexuelle Traumatisierung während der Kindheit die Ursache der Hysterie sei. Diese theoretischen Vorstellungen entstanden aus Erfahrungen, die er an der Salpetriere in Paris bei dem Psychiater Charcot machte und aus der Erkenntnis, die er aus der Hypnose von Patienten zog. Er ging also schon früh von einem Traumamodell aus, das die Akzente auf die offensichtlichen Faktoren der Realität setzte… weiter geht’s hier…

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