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Gesundheitliche Aufklärung: Diabetes unter Migranten häufiger verbreitet

Bei Migranten ist, so die Betriebskrankenkasse BKK vor Ort, das Bewusstsein für die Krankheit Diabetes nur sehr gering entwickelt. Betrachtet man die Altersgruppe 55 plus, so leiden hier Menschen mit Migranten-Hintergrund im Vergleich zu Deutschen etwa doppelt so oft an der Zuckerkrankheit…

Andere Verhaltens- und Ernährungsmuster, Sprachprobleme die die Aufklärung erschweren oder fehlendes Gesundheitsbewusstsein werden als Gründe dafür gesehen. „Dabei“, so Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort, „kann bei dem Typ-2 Diabetes durch Umstellung der Ernährung, Gewichtsreduzierung und viel Bewegung gerade zu Beginn der Erkrankung viel bewirkt werden.“ Wird dagegen die Krankheit nicht erkannt und bleibt unbehandelt, müssen irgendwann Medikamente und schließlich Insulinspritzen eingesetzt werden, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

„Für unsere türkischstämmigen Mitglieder“, so Reinhard Brücker, „haben wir daher schon im Jahr 2008 unter dem Motto ‚Diabetes gemeinsam verstehen‘ eine Aufklärungsinitiative ins Leben gerufen. Türkischsprachigen Mitgliedern soll damit die Möglichkeit gegeben werden, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und im richtigen Umgang mit ihr die Lebensumstände für die Patienten zu verbessern.“

Eingebunden ist diese Initiative in eine Vielzahl von Aktivitäten der BKK vor Ort, die sich mit gesundheitlicher Aufklärung speziell für türkisch sprechende Mitglieder befassen: Feste türkische Beratertage und Gesundheitsforen bzw. Vorträge in türkischer Sprache, auch durch Ärzte aus dem Netzwerk türkischer Privatkliniken, mit denen die BKK vor Ort Verträge abgeschlossen hat.

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz eines Gesundheitsmobils, das in die Gemeinden fährt, um dort Moscheen und Vereine intensiv zu betreuen. Eine türkische Ärztin bietet hier gesundheitliche Aufklärungsarbeit und Beratung auf einer sehr persönlichen Schiene und im wahrsten Sinne des Wortes „vor Ort“. Dieses Gesundheitsmobil ist so etwas wie das „Markenzeichen“ der BKK vor Ort geworden.

Als ein weiteres Beispiel zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch der kürzlich abgehaltene achtwöchige Ernährungskurs in den Moscheen Wuppertal und Solingen, in dem es speziell darum ging, die besonders kalorienreiche türkische Küche mit ihren zuckerreichen Spezialitäten oder der fettigen Sucuk-Salami und gesunde Ernährung – gerade mit Blick auf die Diabetes-Gefahr in Einklang zu bringen.

Weltweit gesehen ist übrigens das Thema Diabetes eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Veränderte Lebensgewohnheiten nach westlichem Vorbild, „moderne“ Ernährungsgewohnheiten, sitzende Lebens- und Arbeitsweise oder mangelnde Bewegung breiten sich durch den wachsenden Lebensstandard auch in Asien immer weiter aus. Es gibt Quellen, die die Zahl der Diabetes-Betroffenen alleine in China auf über 90 Mio. Menschen schätzen.

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