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Halbzeit: Haschisch und Emotion

Das System der Endocannabinoide wurde erst vor 25 Jahren entdeckt. Das mag nicht so erstaunlich sein, wenn man bedenkt, dass es erst 1964 in Jerusalem gelang, das aktivste Ingredient der Hanfpflanze zu isolieren und nachzubauen*. Sein Wirkmechansmus blieb aber noch zwanzig Jahre lang unbekannt…

Viele Gebiete, von denen wir wissen, dass sie durch Cannabinoide beeinflusst werden können, sind bis heute kaum oder gar nicht erforscht. Die große Welt der Emotionen gehört dazu. Der Einfluss von Cannabis auf die Gefühle des Menschen sind bekannt, meistens werden sie positiv erlebt, aber dennoch wissen wir sehr wenig über die Mechanismen der Wirkung.

Cannabinoids as Therapeutics – Milestones in Drug Therapy

Obwohl die Wirkung oft als entspannend beschrieben wird, gibt es Fälle in denen  THC zu Aggression geführt hat. Angst und Besorgnis sind emotionale Aspekte, die eindeutig cannabinoid beeinflusst werden können. Wie beeinflussen Cannabinoide Stress? Wie kommt es zur Beruhigung, wie zur Angst? Wir wissen fast nichts über ihre medizinische Chemie und ihren Zusammenhang mit den Wirkungen auf Stress, Angst, Liebe, Zufriedenheit oder Verzweiflung. Sind die Endocannabinoide vielleicht ein Werkzeug der Natur zur Gestaltung von Gefühlen?

Dies dürfte eines der großen Forschungsgebiete umschreiben, das in der nahen Zukunft zu erkunden sein wird.

In seinem Vorwort zu „Cannabinoids as Therapeutics“ schrieb Raphael Mechoulam 2005, dass er damit rechne, dass genau hierüber in der nächsten Ausgabe des Werkes berichtet werden wird. Bis dahin, so Mechoulam, der 1964 das Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) als Wirkstoff des Marihuana entdeckt hatte, werde man sich aber auch mit weltlicheren Themen, wie Neuroprotektion, Reproduktion, Appetit und Wirkungen auf Krebs und in der Chemotherapie befassen.

Die Vielzahl der Endocannabinoid Effekte scheint wie ein fruchtbares Tal, das der pharmazeutischen und pharmakologischen Erforschung offen steht. Um 2005 stand die Einführung eines synthetischen Cannabinoid-Antagonisten für die Behandlung von Fettleibigkeit an**. Weitere Medikamente zur Neuroprotektion, Schmerzlinderung, zur Behandlung von multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis und Krebs sind zu erwarten. Werden die PTBS (post-traumatische Belastungsstörung), Schizophrenie und Tourette-Syndrom bald weitere Indikationen sein?

Aus dem Vorwort zu Raphael Mechoulam, Cannabinoids as Therapeutics 1., Ed., Jerusalem, Januar 2005

*) Raphael Mechoulam, Medical Faculty, Dpt. of Pharmacy, Hebrew University, Ein Kerem, Jerusalem 91010, Israel.
**) Die Blockade der Cannabinoid-Rezeptoren hatte Nebenwirkungen, so dass diese Präparate wieder vom Markt genommen wurden.

1 comment to Halbzeit: Haschisch und Emotion

  • Perro

    Most people would talk stoners down as if they are better, though they often consume poisons such as alcohol and caffeine. Stoners are generally a friendly minority, peaceful, and harmless. The arrogant people bitching about them smoking marijuana, they are usually bigger problems then the people they denounce.