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Hepatitis C: Entdeckung oft Zufallsdiagnose

Hepatitis geht oft noch immer eine Zufallsdiagnose voraus. Das berichten Fachärzte des AKH Wien, die am heutigen Mittwoch über die Symptome und Heilungschancen von Hepatitis C informierten. Anlass gibt der bevorstehende Welt-Hepatitis-Tag…

70.000 Österreicher betroffen
Experten vermissen nationalen Hepatitis-Plan für Risikogruppen

Wien (pte) http://worldhepatitisalliance.orghttp://elpa-info.org – Der Tag steht unter der Schirmherrschaft der World Hepatitis Alliance und der European Liver Patients Association.

Wenn auch die Heilungschancen immer besser werden, so fehle hierzulande ein nationaler Hepatitis-Plan wie etwa in Frankreich oder Bulgarien, bemängeln die Experten. „Besonders heimtückisch ist, dass erst die Diagnose das Lebensgefühl von Erkrankten mindert“, sagt Gabriele Moser von der Universitätsklinik für Innere Medizin III.

Nach Infektion 20 Jahre versteckt

Laut Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich bis zu vier Mio. Menschen an Hepatitis C (HCV). In Österreich ist laut dem Gastroenterologen Peter Ferenci die Anzahl nicht wirklich bekannt. Als Risikogruppen gelten allerdings Leute mit Bluttransfusionen vor 1992, Drogensüchtige und „als große Gruppe Migranten wie Häftlinge“. Bei der HCV-Übertragung werde ebenfalls „sehr viel Unsinn“ gesprochen. „Hepatitis C ist sexuell nicht übertragbar, Hepatitis B schon“, differenziert der Universitätsprofessor.

iv-Drogensüchtige, Migranten, Häftlinge und med. Personal

Nach einer Hepatitisinfektion merkt laut Experten der Patient „20 Jahre lang oft nichts“, die Krankheit baue sich aber auf und ende mit Leberzirrhose oder Leberkrebs. Zu den negativen prognostischen Faktoren zählt Ferenci ein sehr heterogenes Kollektiv an Alter und Geschlecht bis hin zu Übergewicht und Diabetes. „Am wichtigsten ist das Mitmachen des Patienten bei der Therapie, was sich aber wegen den Nebenwirkungen nicht immer leicht gestaltet.“

18 Tabletten täglich

Bei den Ausheilungsraten unterstreicht der Internist Harald Hofer die Abhängigkeit vom Genotyp. „Diese ist leider beim häufigsten HCV-Genotyp 1 am geringsten.“ Beim HCV-Genotyp 2 und 3 stehen die Heilungschancen mit einer Therapiedauer von zwölf bis 24 Wochen bei fast 90 Prozent. „Die besten Chancen auf Ausheilung bringt eine Kombinationsbehandlung mit Proteaseinhibitoren – selbst nach einer Ersttherapie“, sagt der Mediziner. Eine neue Nebenwirkung von allerdings bis zu 18 Tabletten täglich seinen neuerdings Hauterkrankungen, die „sehr rasch und sehr heftig“ auftreten könnten.

Bezogen auf die Lebensqualität von Hepatitis-Erkrankten unterstreicht Gabriele Moser, Ärztin und Psychotherapeutin, den Einfluss der Psyche. „Körperliche Faktoren sind eigentlich nachrangig und die Lebensqualität bis zur Diagnose ungebrochen.“ Angelika Widhalm, Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich, fordert daher mehr Information über Hepatitis, besseres medizinisches Personal und mehr Verständnis für die Erkrankung „am Arbeitsplatz“.

Europäischer Hepatitis-Index in Arbeit

Ziel des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli ist, die Bevölkerung für die Gefahren der viralen Hepatitis zu sensibilisieren. Unterstützt wird die Initiative auch vom Health Consumer Powerhouse, das im Auftrag von ELPA einen Europäischen Hepatitis-Index entwickeln soll, der die Maßnahmen gegen Hepatitis B und C in den EU-Mitgliedsstaaten wie auch Norwegen, Kroatien und der Schweiz bewertet und vergleicht. Die Arbeit am Index startet voraussichtlich im Oktober 2012 in Brüssel.

Fotos zur Veranstaltung unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3047.

Add. (gesundeleber.at):

Kontakt mit infiziertem Blut in medizinischen Berufen
Personen, die in medizinischen Berufen arbeiten und dabei mit infiziertem Blut zu tun haben, sind besonders gefährdet. Hier kann es z.B. durch versehentliche Nadelstichverletzungen zu einem ungewollten Blut-Blutkontakt und somit zu einer Übertragung der Hepatitis-C-Viren kommen.

Intravenöser Drogenkonsum
Der intravenöse Drogenkonsum bringt ein hohes Infektionsrisiko mit sich. Häufig benutzen mehrere Personen dieselbe Spritze („Needle-Sharing“). Blutreste, die sich in der Spritze oder Nadel befinden, können den nächsten Benutzer infizieren.

Sonstige Übertragungswege
Nicht nur frisches Blut ist ansteckend. Auch getrocknetes Blut, z.B. an Rasierapparaten oder an Verbandsmaterial, kann zu einer Infektion führen. Deshalb ist es ganz wichtig, jeglichen Kontakt mit dem Blut infizierter Personen zu vermeiden. Nachdem Sie nie vollständig ausschließen können ob Blut infiziert ist, immer mit Vorsicht handeln.

Nach aktuellen Erkenntnissen ist eine Übertragung durch andere Körperflüssigkeiten wie etwa Speichel, Schweiß, Tränen oder Sperma sehr unwahrscheinlich. Dennoch kann das Hepatitis-C-Virus in äußerst seltenen Fällen sexuell übertragen werden. Das Übertragungsrisiko ist jedoch verhältnismäßig gering und hängt stark von den Sexualpraktiken ab.

Der Hepatitis C Virus (HCV) kann auch bei folgenden Aktivitäten durch direkten BlutBlutkontakt übertragen werden: Piercen, Tätowieren, Pigmentieren, Fußpflege und evtl. auch bei Friseuren und Raseuren.
Des weiteren sollte auf die möglichen Übertragungswege zu Hause geachtet werden. Jeder Mitbewohner sollte deshalb eigenes Nagelzeug, eigenen Rasierapparat sowie eigene Zahnbürsten verwenden.
Trotz dieser geschilderten Vorsichtsmaßnahmen ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Personen mit Hepatitis C ein ganz normales Leben führen sowie normale soziale Kontakte pflegen können. Der Hepatitis C Virus ist nicht über Haut- und Körperkontakt übertragbar (z.B. Händeschütteln)

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