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Parada: Lachen gegen Homophobie

Eine Gruppe homosexueller Aktivisten versucht eine Gay-Pride-Parade in Belgrad auf die Beine zu stellen – in einem der schwulenfeindlichsten Länder Europas. Teil dieser Gruppe ist Mirko, ein erfolgloser Theater-Regisseur, der sich als Hochzeitsplaner über Wasser hält. Leider stellt sich die Organisation der Parade als fast unmöglich heraus. Rechte Radikale bedrohen die Gruppe und die Polizei weigert sich, ihnen Schutz zu bieten. Wenn man so anfangen würde, müsste man sich ja auch um Zigeuner kümmern…

Mirkos fester Freund Radmilo, ein Tierarzt, ist politisch nicht aktiv und will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Und obwohl beide sehr diskret sind, müssen sie im alltäglichen Leben immer wieder Anfeindungen und Übergriffe über sich ergehen lassen…

Limun ist ein kleinkrimineller Kriegsveteran, laut, machistisch, von oben bis unten tätowiert, Besitzer eines Judo- Clubs und einer kleinen Sicherheitsfirma, die eher zwielichtige Gestalten beschützt. Der geschiedene Vater eines Sohnes ist verlobt mit Pearl. Pearl ist das, was man in Limuns Welt wohl als Trophäen-Frau bezeichnet, wesentlich jünger, extrem gestylt und ein wenig zu vulgär. Doch Pearl hat in der Beziehung der beiden auf jeden Fall die Hosen an. Wenn sie nicht bekommt, was sie will, muss Limun so lange leiden, bis sie doch ihren Willen durchsetzt.

Eines Tages kreuzen sich die Wege der zwei Paare. Limuns innig geliebte Bulldogge Sugar wird von einem alten Konkurrenten angeschossen und Radmilo rettet bei einer Notoperation sein Leben. Gleichzeitig trifft sich Pearl mit Mirko. Sie möchte ihn als Hochzeitsplaner engagieren. Mirkos kitschiger, pompöser Geschmack rennt bei ihr offene Türen ein. Doch beim Zusammentreffen der beiden Paare könnte die Abneigung nicht größer sein. Limun ist für Mirko und Radmilo ein brutaler, schwulenfeindlicher Hinterwäldler, der all das auf die Spitze treibt, was ihnen das Leben zur Hölle macht. Für Limun ist die Beziehung der beiden mindestens anormal, wenn nicht krankhaft.

Tolerieren kann er sie auf keinen Fall. Das Treffen wird zum totalen Fiasko, das damit endet, dass Mirko nach Kanada auswandern will und Pearl sich von Limun trennt.

Später ruft Pearl bei Mirko an, um sich zu entschuldigen, doch Radmilo geht ans Telefon und spricht mit Pearl. Als er erfährt, wie Limun seinen Lebensunterhalt verdient, sieht er eine Möglichkeit, seinem Freund zu helfen und ihn zum Bleiben zu überreden. Radmilo besucht Limun in seinem Judo-Club und macht ihm ein Angebot. Pearl wird zu ihm zurückkehren, wenn Mirko die Hochzeit der beiden organisiert.

Als Gegenleistung soll Limun Mirkos Aktivisten-Gruppe bei der anstehenden Gay-Pride-Parade vor Übergriffen schützen. Höchst widerwillig nimmt Limun das Angebot an und Pearl gibt der Beziehung noch eine Chance. Es ergeben sich nun aber ganz andere Probleme für ihn. Keiner seiner Mitarbeiter will Homosexuelle beschützen und er sieht auch keine Möglichkeit, in seinem direkten Umfeld Männer zu finden, die ihm helfen würden. Also macht er sich zusammen mit Radmilo auf den Weg durch das ehemalige Jugoslawien, um unter alten Kriegs- Feinden neue Unterstützer zu finden.

Vorher muss er Radmilo noch die Grundregeln des Männlichkeitscodes beibringen, damit er weniger auffällt. Denn nichts würde Limuns Exkombattanten mehr abschrecken, als ein Mann, der mit abgespreiztem Finger trinkt.

Das ungleiche Paar reist in Radmilos pinkfarbenen Mini-Cooper durch die Lande. Als sie eine Fähre verpassen, bleibt ihnen nichts anderes übrig als in einem Hotel zu übernachten. Und das auch noch in einem Bett, was bei Limun handfeste Panikattacken auslöst. Mit der Zeit muss Limun jedoch feststellen, dass der Unterschied zwischen ihm und Radmilo nicht so groß ist, wie er dachte.

Die Mission der beiden stellt sich als erfolgreich heraus. Sie rekrutieren den Kroaten Roko, der ein kleines Bistro besitzt, den Bosnier Halil, der in einer Videothek arbeitet und den Kosovo- Albaner Azem, der sein Geld als Drogendealer für die US-Truppen verdient. Gemeinsam fahren sie zurück nach Belgrad, um sich auf die Gay-Pride- Parade vorzubereiten.

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