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Facebook als Diagnose-Tool

Eine psychische Störung wie Anhedonie, also die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, kann unter anderem mit Hilfe der Facebook-Aktivitäten einer Person diagnostiziert werden. Zu dieser Erkenntnis kommt die University of Missouri. Die Forscher raten Psychologen nun, die Social-Media-Profile ihrer Patienten zu durchforsten, um deren psychische Erkrankung besser verstehen zu könne…

Tiefe psychologische Diagnose

http://missouri.edu | pte |  Für die Studie wurden über 200 Studenten auf psychische Störungen wie unter anderem Anhedonie, Wahrnehmungsstörungen oder Paranoia untersucht. Diejenigen, die in Bezug auf Anhedonie bewertet wurden, hatten weniger Freunde, Fotos und weniger Kommunikation im sozialen Netzwerk.

„Psychologische Diagnostik ist ein längeres Verfahren und tiefergehend als das reine Analysieren von Facebook-Aktivitäten“, erklärt Psychologin Elisabeth Holub im Gespräch mit pressetext. Einzelne Hinweise auf psychische Störungen seien durch das Profil prinzipiell zwar möglich – eine umfassende Diagnose würde jedoch aus fundierten Tests und einem Gespräch mit dem Patienten erfolgen.

Warnung vor Schnellschüssen

„Es stellt sich auch die Frage, ob in der Studie mögliche Störvariablen einbezogen wurden und zusätzlich Interviews mit den Probanden geführt wurden“, führt die Expertin aus. Inwieweit das Facebook-Profil tatsächlich über eine psychische Störung Auskunft geben kann, ist fraglich. Zudem werden Gründe für eine bewusste Facebook-Verweigerung oder der Absicht, nur wenig über sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren, nicht berücksichtigt.

Diese Verlinkung kann laut Holub ebenfalls in die gegensätzliche Richtung führen, dass depressive Menschen in die virtuelle Welt flüchten. Diesen würde die Kommunikation oder das Anknüpfen an alltägliche soziale Kontakten schwer fallen, wodurch sie auf Facebook umso aktiver seien.

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