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Prävention durch Aufklärung: Gespräche über Geschlechterfrage und Missbrauch

Der Berliner Sozialist, Mediziner und Sexualpädagoge Max Hodann (1894-1946) veröffentlicht 1924 die Aufklärungsschrift „“Bub und Mädel. Gespräche unter Kameraden über die Geschlechterfrage““, die sich an die proletarische Jugend wendet und auf Homosexualität, Sadomasochismus und Fetischismus eingeht…

Hodann, Max: BUB UND MÄDEL. Gespräche unter Kameraden über die Geschlechterfrage. 

„Wir sollten danach streben“, heißt es bei Hodann, „in diesen Fällen zu jener Toleranz, jenem großzügigen Gewährenlassen persönlicher Eigenarten uns durchzuringen, wie es so bewundernswert ist bei den Engländern, die in aller Formsicherheit ihres Lebens doch jedem Menschen zugestehen, seine persönliche Note tragen zu dürfen.“

Hodann war – unter anderem wegen dieser Aufklärungsschrift – heftigen Anfeindungen seitens der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen ausgesetzt. 1935 wird er ausgebürgert und begeht 1946 im Stockholmer Exil Selbstmord. Bekannt ist die Anklagerede des deutschnationalen Stadtverordneten Dr.Kirchner, Ministerialdirektor des Preußischen Gesundheitswesens, vom 19.5.1925 vor der Berliner Stadtverordnetenversammlung gegen Hodann, damals amtlicher Stadtarzt in Berlin Reinickendorf, und sein Buch ‚Bub und Mädel‘.

  • Max Hodann:
    Sexualwissenschaft und Sozialhygiene
    Hervorgegangen aus Wandervogel und Freideutscher Jugendbewegung,  suchte Hodann seit seiner frühen Studentenzeit in Überwindung einer rein  psychologischen Oppositionshaltung nach publizistisch agierenden, relevanten Gruppierungen mit der…
  • 30. Januar 1933:
    Die unterbrochene sexuelle Revolution
    In der Rückblende und namentlich aus der Perspektive der »sexuellen Revolution« der 6oer Jahre des vorigen Jahrhunderts kann das Werk Hodanns,  seine Publizistik, pädagogische Technik, Einfühlsamkeit in die gesellschaftliche Relevanz der Sexualproblematik, reformerische Dynamik und schließlich die alles überhöhende Einbindung der Sexualpädagogik in die Sozialhygiene nicht hoch genug eingeschätzt werden…

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