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Twitter-Armband schützt Menschenrechts-Aktivisten

Die Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders hat ein Hightech-Armband vorgestellt, das bei Übergriffen auf Aktivisten automatisch Alarm schlägt und dadurch potenzielle Angreifer abschrecken soll…

Hightech-Lösung schlägt bei Angriffen automatisch Social-Media-Alarm

Stockholm (pte – nataliaproject.org) Dabei setzt das „Natalia Project“ nicht nur darauf, beispielsweise bei Entführungen den mittels GPS bestimmten Standort des Trägers an Kollegen vor Ort weiterzuleiten. Das Gerät publiziert Alarme auch automatisch auf Facebook und Twitter, um so schnell global auf den Übergriff aufmerksam zu machen und Unterstützung zu gewinnen. Das soll zusätzlichen Druck auf Angreifer ausüben.

Schnelle Information

Das Armband bestimmt den Standort des Trägers sowohl mittels GPS als auch durch Triangulation von Mobilfunkmasten. Kommt es zu einem Angriff und der Alarm wird ausgelöst, kann diese Standortinformation praktisch sofort via Mobilfunk schnell an andere Aktivisten oder potenzielle Retter in der Umgebung übermittelt werden. Das gibt ihnen die Chance, besonders schnell auf Übergriffe zu reagieren. Zudem ergeht eine Benachrichtigung an das Hauptquartier von Civil Rights Defenders und dann potenziell die ganze Welt.

Das System kann nämlich im Alarmfall die Information über einen Angriff binnen kürzester Zeit automatisch auf Facebook und Twitter publik machen. Eben das soll in der Praxis der große Vorteil des Alarm-Armbandes gegenüber bisherigen Lösungen sein, wenn beispielsweise Aktivisten Repressalien in totalitären Staaten riskieren. „Die Tatsache, dass die ganze Welt sofort von einem Angriff wissen wird, formt einen virtuellen Verteidigungsperimeter um gefährdete Menschenrechtler, da diese Regime internationale Aufmerksamkeit und Kritik vermeiden wollen“, so Civil Rights Defenders.

Potenzieller Lebensretter

Der Name des Projekts erinnert an die prominente Tschetschenien-Aktivistin Natalja Estemirowa, die im Juli 2009 aus ihrem Haus in Grosny entführt und innerhalb von 24 Stunden getötet wurde – ein Vorfall, der große Bestürzung ausgelöst hat (pressetext berichtete). „Dieser tragische Verlust hätte verhindert werden können, wenn die richtigen Behörden informiert worden wären, sobald sie entführt wurde“, glaubt man bei Civil Rights Defenders. Das nach der Aktivistin benannte Armband soll eben diesen schnellen Informationsfluss ermöglichen und zugleich für internationalen Druck auf Angreifer sorgen – und sich dadurch hoffentlich als Lebensretter erweisen.

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