Archivsuche

Büchersuche

Archiv (chronolog.)

Mizvath Pikuach Nefesch: Organspender sind Lebensretter!

Transplantationsexperten schlagen Alarm: Seit den Skandalen in deutschen Transplantationskliniken 2012 sinkt die Bereitschaft zur Organspende dramatisch. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Spender um fast ein Fünftel zurückgegangen. Dabei benötigen derzeit etwa 12.000 Deutsche dringend ein lebensrettendes Spende-Organ. Jede Woche sterben Dutzende Schwerkranke, weil sie vergeblich auf ein Organ warteten…

Welche Konsequenzen wurden aus dem Transplantationsskandal gezogen?
Wie leben Betroffene zwischen oft jahrelangem Bangen und Hoffen?

Die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende ist auf dem Tiefstand. Als Präsident der Vermittlungsstelle „Eurotransplant” und Leiter des Transplantationszentrums der Münchener LMU ist Prof. Bruno Meiser täglich mit den schrecklichen Auswirkungen des Organspende-Skandals konfrontiert. Es wäre viel mehr Information der Bevölkerung notwendig. Auch Überzeugungsarbeit, doch für diese sinnvolle Arbeit fehlen die Mittel.

STIMMEN UND GESCHICHTEN

Eine verschleppte Grippe entwickelte sich vor fünf Jahren zur gesundheitlichen Katastrophe: Ein unentdecktes Virus hatte das Herz der damals 17-Jährigen Schülerin Yvonne K. angegriffen; sie kam schließlich mit schweren Herzrhythmusstörungen auf die Intensivstation. Ihre einzige Überlebenschance: ein neues Herz. Nach acht Monaten und zahlreichen enttäuschten Hoffnungen wurde für Sarah Gross endlich ein passendes Organ gefunden.

In den vergangenen drei Jahren wurde Ulrike Sommer immer schwächer; ihr Körper wurde durch eine vererbte, unheilbare Zystenniere zunehmend vergiftet. Für Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, stand sofort fest, dass er seiner Frau hilft und ihr eine seiner Nieren spendet. In einer Doppel-Operation in diesem September glückte die Lebendtransplantation.

Wie viele andere hat auch der Komiker Ralf Schmitz das Thema Organspende lange Zeit verdrängt. Heute besitzt er einen Spenderausweis – und engagiert sich mit einem außergewöhnlichen Kino-Spot.

Als die Tochter von Mirjam Mosig mit nur minimal vorhandenem Nierengewebe zur Welt kam, rechneten die Ärzte mit geringen Überlebenschancen. Doch mit 22 Monaten konnte der heute vierjährigen Rebecca eine Niere ihres Vaters transplantiert werden. Nun hat Mirjam Mosig Angst, dass angesichts sinkender Spenderzahlen bei der nächsten notwendigen Transplantation keine passende Niere für ihre Tochter gefunden wird.

“Beckmann” am Donnerstag, 31. Oktober 2013, um 22.45 Uhr

Comments are closed.