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Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Verantwortliche Wirkstoffe bislang unerforscht:
Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs
Heidelberg (pte, 21. Juni 2004 17:10)
- Der Genuss von Obst und Gemüse verringert das Lungenkrebs-Risiko.
Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen
an Lungenkrebs zeigen die aktuellen Daten aus EPIC (European Prospective
Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen
Studie zur Rolle von Ernährung, Lebensweise, Stoffwechsel und
Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen
Erkrankungen. Das berichtet das deutsche Krebsforschungszentrum
http://www.dkfz.de.
In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10
europäischen Ländern zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre
Gesundheitsentwicklung untersucht. Darüber hinaus stehen von allen
Probanden Blutproben und Messwerte für weitere Analysen zur Verfügung.
Für die vorliegende Auswertung wurden Daten zur Nachbeobachtung bis 1998
verwendet, für einige Zentren sogar bis 2002. Während dieser Zeit
entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen Lungenkrebs, von denen 860 für
eine ausreichend detaillierte Analyse zur Verfügung standen.
Die Wissenschaftler untersuchten den Einfluss des Obst- und
Gemüseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs. Die Ergebnisse
wurden nach Berücksichtigung des Rauchverhaltens gewichtet, um
Verzerrungen zu vermeiden. Nach Höhe des Obst- und Gemüseverzehrs wurden
die Probanden in fünf gleich große Gruppen (Quintilen) unterteilt.
Probanden aus der Quintile mit dem höchsten Obstkonsum (ca. 500 Gramm
pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten
Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent niedrigeres
Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Der indirekt proportionale
Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs wurde am deutlichsten
bei Nordeuropäern und bei Menschen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung
Raucher waren. Für die Gruppe der Raucher zeigt sich ein inverser
Zusammenhang, also ein sinkendes Lungenkrebsrisiko mit steigendem
Gemüseverzehr.
Welche Nährstoffe in Obst und Gemüse für den Schutzeffekt verantwortlich
sind, ist aber noch nicht näher erforscht. "Wir vermuten, dass
insbesondere die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, wie
Antioxidanzien einschließlich der Vitamine C und E oder sekundäre
Pflanzenstoffe eine Rolle spielen", erklärt Privatdozent Jakob Linseisen
vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die EPIC-Daten legen aber Gewicht
auf die Empfehlung an die Bevölkerung, möglichst viel frisches Obst und
Gemüse zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine
falsche Sicherheit vortäuschen: die Wirkung des Obstverzehrs ist klein
im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhört.
hagalil.com / 22-06-2004
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