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Niederlande geben Cannabis-Medizin zum Verkauf frei:
Fünf Gramm Packung als Schmerzmittel erhältlich
London/Amsterdam (pte 09-2003) - Holländischen
Patienten steht ein weiteres Medikament gegen Schmerzen zur Verfügung:
Cannabis. Das Medikament soll in erster Linie für Patienten gedacht
sein, die an schweren Erkrankungen wie etwa Aids, multiple Sklerose oder
Krebs leiden.
Die weichen Drogen sind in den
Niederlanden seit Jahren freigegeben: Das bedeutet, dass die Verwendung
zwar illegal ist, aber toleriert wird. In Coffee-Shops darf Marihuana
auch öffentlich verkauft werden.
Seit etwas mehr als zwei Jahren
untersucht das Governmental Bureau for Medical Cannabis (BMC) den Effekt
von Cannabis auf Patienten. Schon seit einigen Jahren arbeiten auch
Wissenschaftler in Großbritannien und Österreich an der Erforschung von
Cannabis als Schmerztherapeutikum. In Holland hat die BMC gemeinsam mit
der zuständigen UNO-Behörde gegen illegale Drogen eine Kultivierung der
Pflanzen vereinbart. Demnach wird das Cannabis von zwei Lieferanten an
die Apotheken geliefert. Das Medikament, das in einer fünf-Gramm Packung
erhältlich ist, kostet rund 50 Dollar.
Noch diese Woche wird entschieden, ob öffentliche
Krankenkassen die Kosten für das Präparat übernehmen werden. Die
Niederlande beschreiten in der Schmerztherapie generell neue Wege, denn
seit März darf auch Opium als Heilmittel verschrieben werden. Dazu
musste das Suchtgiftgesetz geändert werden. An der Erforschung von
Cannabis als Medikament arbeiten derzeit auch andere Staaten wie Kanada,
die USA, Schweiz und Belgien.
Vom 11. bis 13. September findet in Köln die 2. Konferenz Cannabis in
der Medizin statt, berichtet Kurt Blaas, Mediziner und Obmann der
österreichischen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (CAM)
http://www.cannabismedizin.at.
Einsatzmöglichkeiten für natürliche Cannabisprodukte bzw. THC (Dronabinol)
sieht der Experte vor allem bei organisch bedingter Spastik (wie sie bei
Multipler Sklerose und Querschnittlähmung auftritt), bei
Schmerzzuständen, bei Appetitlosigkeit und Abmagerung im Rahmen
fortgeschrittener AIDS- und Krebserkrankungen, bei Nebenwirkungen der
Krebschemotherapie sowie bei anderen Ursachen von Übelkeit und Erbrechen
und beim Glaukom (grüner Star). "Daneben wird über einen erfolgreichen
Einsatz bei Epilepsie, Asthma, Bewegungsstörungen, Entzugssymptomen,
reaktiver Depression und einigen weiteren Erkrankungen berichtet", so
Blaas.
*Rafael
Meshulam von der School of Pharmacy an der Hebräischen Universität zu
Jerusalem war erstmals 1964 die Isolierung und Synthese des aktiven
Cannabis-Inhaltsstoffes THC gelungen. 1967 gelang Mechoulam et al. die
THC-Synthese.
Cannabisextrakt zur Schmerzlinderung bei
MS-Patienten:
Nebenwirkungen wie Schwindel verschwinden schnell
Die aktuelle Studie unter 24 Patienten in
Dänemark untersuchte den laborhergestellten Wirkstoff Dronabinol
hinsichtlich seiner Wirkung auf Schmerzen...
Rafael Meshulam:
Cannabis gegen Kriegstrauma
Der israelische Forscher Rafael Meshulam von der School
of Pharmacy an der Hebräischen Universität zu Jerusalem, hat mit
Cannabis gute Erfolge erzielt...
hagalil.com / 13-09-2003
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