Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 

Arzneimittelversorgung über
öffentliche Apotheken hat sich bewährt:
Medikamenten-Versandhandel fristet ein Nischendasein

05.11.2004 - 12:44 Uhr Berlin (abda ots) - Der Versandhandel spielt in Deutschland bisher keine große Rolle. Neben etwa 800 inländischen Apotheken mit Versandhandelserlaubnis haben sich einige spezialisierte Versandapotheken im europäischen Ausland etabliert. Während diese sprunghaft steigende Umsätze angeben, liegt der GKV-Umsatz mit Versandhändlern laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMGS) bei etwa 2 Promille - was im Gesamtjahr etwa 40 Millionen Euro ausmacht.

Zusätzlich sinkt der ohnehin geringe Anteil - im ersten Quartal 2004 lag er bei 0,2 Prozent, auf das erste Halbjahr bezogen bei 0,18 Prozent. Auf einen Marktanteil von 5 Prozent kommt dagegen der Home-Service, den fast alle Apotheken durch ihre Mitarbeiter anbieten. Rund 180.000 mal am Tag nutzen Menschen, die nicht in die Apotheke kommen können, dieses Angebot. "Wir sind der Meinung, dass wir nach wie vor die bessere Leistung anbieten und wettbewerbsüberlegen sind," so Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Auch Preisvorteile sieht Friese beim Versandhandel nicht. "Der Vergleich zeigt, dass die Versandhändler bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln auf dem gleichen Preisniveau liegen wie die öffentlichen Apotheken. Eventuelle Preisvorteile bei rezeptfreien Medikamenten werden durch die dann fällige Versandkostenpauschale schnell zunichte gemacht. Der geringe Anteil der Versandhändler an der Arzneimittelversorgung zeigt, dass die Verbraucher die Beratung eines Apothekers und die Sicherheit des direkten Einkaufs in der wohnortnahen Apotheke schätzten."

Arzneimittel sind keine Konsumgüter, sondern eine Ware besonderer Art: Sie helfen - können aber auch Nebenwirkungen haben. Medikamente sind von daher in ganz besonderem Maße beratungsintensiv und erklärungsbedürftig. In Deutschland werden pro Jahr etwa 900 Millionen Arzneimittel für Versicherte der gesetzlichen und privaten Krankenkassen ärztlich verordnet und zusätzlich fast 600 Millionen Arzneimittel im Wege der Selbstmedikation in Apotheken abgegeben. Bei solchen Größenordnungen wird klar, dass Abstriche am präventiven Sicherheitsniveau in der Arzneimittelversorgung fatale Folgen für eine große Zahl von Patienten und Verbrauchern haben können. Die im weltweiten Vergleich hervorragende Logistik der deutschen Distributionskette mit ihren rund 21.300 Apotheken gewährleistet zudem eine schnelle und bequeme Arzneimittelversorgung. Von den etwa 50.000 zugelassenen Arzneimitteln hat jede deutsche Apotheke etwa acht- bis zwölftausend ständig auf Lager. Alle weiteren können binnen weniger Stunden über den pharmazeutischen Großhandel beschafft werden.

Beim Medikamenten-Versandhandel via Internet mahnen Verbraucherschützer und auch das Bundesgesundheitsministerium zur Vorsicht: Neben seriösen Apotheken würden im Internet auch skrupellose Geschäftemacher ihre dubiose Ware anbieten. Es bestehe die Gefahr, gefälschte, illegale, nicht zugelassene oder falsch dosierte Arzneimittel zu erhalten. Damit riskierten die Menschen ihre Gesundheit und verschwendeten auch Geld, weil die Kasse solche Mittel nicht erstatte. Gefährlicher als den Versandhandel selbst bewerten die Apotheker Randerscheinungen wie Pick-up-Stationen in Drogeriemärkten, Kooperationen mit Kaufhausketten oder Auktionsportale im Internet. "Diese Auswüchse, bei denen Unternehmen um jeden Preis - auch gegen gültiges Recht - in den Markt eindringen wollen, sind sicher nicht im Sinne des Gesetzgebers und schon gar nicht im Sinne des Verbrauchers", so Friese.

hagalil.com 07-11-2004

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