Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 
Oberster US-Gerichtshof:
Verfolgung von medizinischen Cannabisnutzern durch Bundesbehörden ist rechtmäßig

Ein mit sechs zu drei Stimmen erfolgtes Urteil des Obersten Gerichtshofs hebt das Urteil eines Bundesberufungsgerichts aus dem Jahr 2003 auf, das das kalifornische medizinische Cannabisgesetz aus dem Jahre 1996 vor dem Zugriff durch die Bundesdrogenbehörden geschützt hat.

Das Berufungsgericht war der Auffassung gewesen, dass der Kongress kein Recht habe, den nichtkommerziellen Anbau und die Verwendung von Cannabis zu regulieren, solange die Droge nicht die Staatengrenzen überschreitet. Der Oberste Gerichtshof ist anderer Auffassung. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist eine kräftige Wiederbehauptung der bundesbehördlichen Rechte und offenbart einen tiefen Riss zwischen den Richtern, die im vergangenen Jahrzehnt eine Mehrheit für eine Anzahl von Entscheidungen ergeben hat, die die Macht des Kongresses gezügelt und die Rolle der Staaten gestärkt haben.

Die aktuelle Entscheidung ist nicht notwendigerweise das letzte Wort zu medizinischem Cannabis, weder von den Gerichten noch von anderen Stellen der Regierung.

Richter John Paul Stevens, der anmerkte, dass "vielleicht wichtiger als diese rechtlichen Wege der demokratische Prozess sei," schlug vor, dass die Exekutive Cannabis für medizinische Zwecke umklassifizieren könne, oder dass der Kongress das Thema aufgreift. Unterstützer der medizinischen Verwendung von Cannabis wiesen in der Zwischenzeit darauf hin, dass die staatlichen Gesetze in Kraft bleiben und dass der Einfluss der Bundesbehörden in diesem Bereich gering sei. Allen Hopper, ein Anwalt des Drogenreformprojektes der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, erklärte, dass die Bundesregierung nur ungefähr ein Prozent der Strafverfolgung wegen Cannabis durchführe.

Richterin Sandra Day O´Connor, eine der drei Abweichler, erklärte, dass obwohl sie nicht für die kalifornische medizinische Marihuanainitiative gestimmt hätte und sie nicht als öffentliche Politik unterstütze, sie eine Art von Innovation und "Experiment" sei, das sich innerhalb des Bereiches bewege, den die Verfassung den Staaten zugestehe. "Die staatlichen Kernpolitikbereiche haben immer das Recht beinhaltet, die Strafgesetze zu definieren und die Gesundheit, Sicherheit und Wohlfahrt ihrer Bürger zu schützen," erklärte sie.

Frau Angel Raich, eine der zwei Klägerinnen, erklärte gegenüber den Medien, dass sie mit der Verwendung von Cannabis, das ihr vom Arzt verschrieben worden sei und für sie von Freunden angebaut würde, fortfahren werde. "Ich habe keine andere Wahl, als damit weiterzumachen," sagte sie.

(Quellen: http://www.acmed.org
New York Times vom 6. Juni 2005, Reuters vom 6. Juni 2005)

Kurzmeldungen

Deutschland: Morbus Crohn

Für die Teilnahme an einer klinischen Studie mit einem Cannabisextrakt bei Morbus Crohn an der Universität München werden noch Teilnehmer gesucht. Mehr Informationen unter "Teilnahme an Therapiestudien" unter http://med2.klinikum.uni-muenchen.de.

Die Studie stellt einen wichtigen Schritt für die Zulassung von Cannabis für die Behandlung von Morbus Crohn dar.
(Quelle: Persönliche Mitteilung der Studienleiter)

USA: Rhode Island und Connecticut

Am 4. Juni nahm der staatliche Senat von Connecticut und am 7. Juni der Senat von Rhode Island Gesetzesvorlagen an, die die medizinische Verwendung von Cannabis in den beiden Staaten legalisieren würden.
Beide Vorlagen werden wegen starker Widerstände vermutlich kein Gesetz.

In Rhode Island hat Gouverneur Don Carcieri bereits sein Veto angkündigt, falls die Gesetzesvorlage auf seinen Tisch käme.
(Quellen: The Stamford Advocate vom 5. Juni 2005, Associated Press vom 7. Juni 2005)

Wissenschaft: Cannabinoidrezeptoren in der Haut

Deutsche Forscher untersuchten das Vorkommen von Cannabinoidrezeptoren in Zellen der menschlichen Haut. CB1- und CB2-Rezeptoren wurden in Nervenfasern der Haut, Hautzellen (Keratinozyten), Zellen der Haarfollikel, Schweißdrüsen und anderen Zellen gefunden.

Die Autoren schreiben, das die "weite Verbreitung von Cannabinoidrezeptoren auf Nervenfasern der Haut und Mastzellen Bedeutung für die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoidrezeptor-Agonisten hat."
(Quelle: Stander S, et al. J Dermatol Sci 2005;38(3):177-88.)

Forscher entwickeln Cannabispillen:
Neues Schmerzmittel für Kinder

Israelische Wissenschaftler haben ein Schmerzmittel auf der Basis der Cannabispflanze entwickelt...

Cannabisextrakt zur Schmerzlinderung bei MS-Patienten:
Nebenwirkungen wie Schwindel verschwinden schnell

Die aktuelle Studie unter 24 Patienten in Dänemark untersuchte den laborhergestellten Wirkstoff Dronabinol hinsichtlich seiner Wirkung auf Schmerzen...

Niederlande geben Cannabis-Medizin zum Verkauf frei:
Fünf Gramm Packung als Schmerzmittel erhältlich

Das Medikament soll in erster Linie für Patienten gedacht sein, die an schweren Erkrankungen wie etwa Aids, multiple Sklerose oder Krebs leiden.

Arthritis:
Cannabis-Medikament lindert Schmerzen

Interessenverband: Präparate aus Cannabis sollen ernst genommen werden...

Raphael Mechoulam, PhD, Israel, 1st ChairmanRaphael Mechoulam
PhD, Israel, 1st Chairman
acmed.org

I am a professor of medicinal chemistry and natural products at the Medical Faculty of the Hebrew University in Jerusalem.

My major topic of research for over 40 years has been the chemistry/pharmacology/clinical uses of cannabinoids.

In the early 1960's my group identified many of the plant cannabinoids including delta-9-THC, the major psychotropic factor. Later we worked on the metabolism, biochemistry and pharmacology of cannabinoids. In the 1990's we identified the major endogenous cannabinoids in the mammalian body - anandamide and 2-arachidonoyl glycerol - which have turned out to be of considerable importance in physiology. Most of our work at present is on the neuroprotective role of the endocannabinoids and we have initiated work on the identification of the yet unknown endocannabinoid transmitters in the cardiovascular system.

For my work I have received numerous prizes including the highest local scientific prize - the Israel Prize. I am a member of the Israel Academy of Sciences.

hagalil.com / 16-06-2005

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